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Soziologe Martin Schröder

"Kaum Unterschiede zwischen dem, was wir 'Generation' nennen"

Die Generation X und Y, die Baby-Boomer, die 68er – in ihren Lebenszielen oder Wertvorstellungen unterscheiden sie sich kaum. Zu dem Schluss kommt der Soziologe Martin Schröder.

Kinder rebellieren gegen ihre Eltern, wollen alles anders machen und haben komplett gegensätzliche Werte – diese Vorstellung ist verbreitet, aber wohl ein Mythos. Das sagt zumindest der Soziologe Martin Schröder von der Phillips-Universität Marburg. Er hat Umfragedaten aus einer Langzeituntersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung ausgewertet.

"Über die Generation Y sagen ganz viele: 'Denen ist Selbstverwirklichung total wichtig.' Das zeigt sich aber tatsächlich nicht, wenn man Umfragen macht."
Martin Schröder, Soziologe an der Philipps-Universität Marburg

Martin Schröder hat bei seiner Analyse verschiedene Einstellungen berücksichtigt. Zum Beispiel zu Fragen wie: Wie wichtig ist Selbstverwirklichung? Welche Rolle spielt beruflicher Erfolg? Wie wichtig ist eine glückliche Partnerschaft? Wie zuversichtlich blicken die Befragten in die Zukunft?

Soziologe Martin Schröder: Jugendstudien wenig sinnvoll

Das Ergebnis: Über die Zeit hinweg hat er nur wenige Unterschiede und Entwicklungen bei den Generationen festgestellt. Und wenn, dann waren alle Generationen gleichermaßen betroffen, die Veränderungen machten sich also in der gesamten Gesellschaft breit.

"Wir alle werden im Durchschnitt mit der Zeit liberaler. Wir neigen aber dazu, diesen generellen Einstellungswandel vor allem mit jüngeren Generationen zu assoziieren. Fälschlicherweise."
Martin Schröder, Soziologe an der Philipps-Universität Marburg

Martin Schröder kommt daher zu dem Schluss, dass Befragungen wie die Shell-Jugendstudie nur wenig sinnvoll seien, denn sie nehmen nur eine Generation statt die gesamte Gesellschaft in den Blick.

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