Zu Beginn der Pandemie schien die Möglichkeit, von zu Hause zu arbeiten, für viele von uns perfekt. Inzwischen belastet das Homeoffice einige. Warum das so ist und was wir gegen aufkeimenden "Long-Homeoffice-Blues" machen können.

Wir sind zu Hause, wenn der Paketbote klingelt, wir können unser Mittagessen selbst frisch zubereiten und manchmal auch noch eine Maschine Wäsche waschen. Zu Beginn der Pandemie klang das Homeoffice für viele von uns ziemlich verheißungsvoll, inzwischen empfinden es einige aber eher als Hamsterrad.

"Viele arbeiten im Homeoffice deutlich mehr, als sie es im Büro tun würden. Trotzdem ist es oft so, dass sie nicht das schaffen, was sie im Büro geschafft hätten."
Deutschlandfunk-Nova-Reporter Matthis Dierkes über die Ergebnisse der neuen Homeoffice-Studie

Eine neue Studie zeige, dass Homeoffice für die meisten Menschen eher belastend sei, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Matthis Dierkes. Das Marktforschungsinstitut rheingold untersuchte dafür zusammen mit dem Personaldienstleister Hays, wie Unternehmen in Deutschland mit der Krisensituation umgehen. Dabei fand es beispielsweise heraus, dass viele Menschen zu Hause deutlich mehr arbeiten, als sie es beim Arbeitgeber vor Ort tun würden. Das liege daran, dass einige morgens nur schwer in die Gänge kämen und abends nur schwer den Schlusspunkt finden könnten, erklärt Dierkes.

Im Homeoffice gibt es vier Typen

Wie gut oder schlecht wir mit dem arbeiten von zu Hause aus klarkommen, liege laut der Studie auch daran, welcher Homeoffice-Typ wir sind.

1. Der "Außendienstler":
"Das ist der Typ, der sich quasi ständig selbst für die Chefin, den Chef oder die Firma ausbeutet", sagt der Deutschlandfunk-Nova-Reporter. "Der ist 24/7 im Einsatz und hört im Homeoffice gar nicht mehr auf zu arbeiten."

2. Der "Privatier":
"Das ist der Typ, der zu Hause alles macht außer arbeiten. Er steht morgens auf und wäscht erst mal die Wäsche", so Dierkes. "Später
staubsaugt er, dann kocht er was und so weiter."

3. Der "Durch-Lässige":
"Er nutzt die Vorteile vom Homeoffice relativ gut aus", erklärt der Deutschlandfunk-Nova-Reporter. "Er geht zum Beispiel auch mal vormittags einkaufen, weil man es ja machen kann. Oder er geht auch mal ins Fitnessstudio, weil es da schön leer ist. Er hängt dann einfach die Zeit abends dran. Er ist ziemlich flexibel, wie es ihm gerade gut passt."

4. Der "Home-Offizier":
"Der kriegt das mit dem Homeoffice zwar auch gut hin, braucht dafür aber einen ziemlich straffen Plan. Er hat genau festgelegt, wann er
arbeitet und wann nicht", beschreibt Dierkes diesen Typ. "Da wird pünktlich um sieben angefangen, mittags kurze Pause und nachmittags um fünf ist Schluss. Er geht erst danach einkaufen oder ins Fitnessstudio."

Homeoffice-Tipps der Studienmacher*innen

Wenn wir wissen, welcher Homeoffice-Typ wir sind, hilft uns das auch dabei, Strategien für das Arbeiten zu Hause zu entwickeln. Doch zwei Tipps der Studienmacher*innen gelten für alle Typen:

  • Für jeden Tag Ziele setzen:
    "Wir sollten uns nicht einfach hinsetzen und sagen: 'Ich guck mal, was ich so schaffe, sondern wirklich einen ganz konkreten kleinen Tagesplan machen", so Dierkes. Dieser sollte auf keinen Fall zu voll sein und auch für Pausen feste Rituale beinhalten.
"Es ist wichtig, dass man sagt: 'Ich esse zu einer ganz bestimmten Zeit und lege da auch mein Handy weg. Und ich gehe dann zum Beispiel noch zehn Minuten nach draußen."
Deutschlandfunk-Nova-Reporter Matthis Dierkes über den Tagesplan im Homeoffice
  • Auf den Arbeitsplatz achten:
    Ein ruhiger Arbeitsplatz, ein guter Stuhl und ein Bildschirm, der groß genug ist – all das gehört laut Dierkes ins Homeoffice. "Wobei man da natürlich immer sagen muss, dass es für natürlich nicht alle Leute so einfach sei. Etwa weil die Wohnung zu klein ist", erklärt er. "Da sagen die Studienmacher*innen auch, dass die Chefinnen und Chefs generell mehr auf die Beschäftigten im Homeoffice achten sollten."