Er kostet Zeit, macht miese Laune und ist verdammt anstrengend. Laut einer Analyse des Verkehrsdatenanbieters Inrix verbringen wir durchschnittlich 40 Stunden pro Jahr im Stau. Warum das im Staustehen so lästig für uns ist wie wir besser damit klarkommen.

Es ist nicht nur eine gefühlte Wahrheit. Einer aktuellen Analyse des Verkehrsdatenanbieters Inrix zufolge stehen Pendler*innen in Deutschland wieder deutlich länger im Stau. Im Schnitt sind das 40 Stunden Zeitverlust pro Jahr und Mensch und damit 14 mehr als noch im Vorjahr. Damit ist der Zeitverlust auf den Straßen hierzulande wieder fast so hoch wie vor der Pandemie. 2019 waren es im Schnitt 46 Stunden.

"Wenn du mitten im Stau steckst, dann gibt man dir das Gefühl, dass du keine Optionen hast. Das sorgt für ein Druck- und Stressgefühl."
Psychologin Laura Klimecki erklärt, warum uns Stau so nervt

Wir Menschen mögen es nicht, wenig bis keine Möglichkeiten im Leben zu haben, sagt die Psychologin Laura Klimecki. Dieses Gefühl löse bei uns Stress aus und das sei ein Grund dafür, warum wir mit Stau nicht immer gut klarkommen. Wenn wir aufgrund des Feststeckens im Verkehr dann auch noch einen Termin verpassen, könne das unsere Ungeduld zusätzlich schlimmer machen, so die Psychologin.

So können wir mit Stau klarkommen

Da wir gegen den Stau selbst meist wenig tun können, bleibe uns nur die Möglichkeit, mit zwei Mechanismen zu arbeiten, erklärt Laura Klimecki.

1. Bescheid sagen, dass es länger dauert:

"Ich könnte anrufen und Bescheid sagen, dass ich mich verspäte", schlägt die Psychologin vor. "Vielleicht sagt sogar der Counterpart: 'Ich stehe im Stau, ich komme auch nicht durch. Gut, dass wir um eine halbe Stunde verschieben.' Und plötzlich habe ich die gesamte Situation wieder im Griff."

2. Die Kontrolle zurückholen:

Alleine das Gefühl, die Kontrolle über eine Situation zu haben, führe zu mehr Geduld, so Laura Klimecki. Im Bezug auf unsere Staugeduld müssten wir uns also in der Vorstellung, immer an die nächste Raststätte fahren und eine lange Pause machen zu können, üben. In diesem Punkt sei bei vielen von uns noch Luft nach oben, sagt die Psychologin. Aber: "Je öfter du das machst, desto besser klappt es", so ihr Rat.