An Weihnachten reden immer alle von Stille. Warum eigentlich? Glöckchengebimmel, Weihnachtslieder in Dauerschleife, die komplette Familie, die durcheinander redet - und dann auch noch der vorprogrammierte Streit. Es gibt sicherlich ruhigere Zeiten. Abgesehen davon ist unsere These: Absolute Stille existiert nicht - und wenn doch, dann halten wir sie eh kaum aus.

Stille wird in Filmen oft als Stilmitteln eingesetzt.
Film

Die Stille vor der Explosion

Die Regisseure Sergio Leone und Alfred Hitchcock waren Meister darin, Stille als Stilmittel in Filmen einzusetzen.

Sergio Leones Film "Spiel mir das Lied vom Tod" ist ein gelungenes Beispiel für das Spiel mit der Stille im Film. Der Regisseur achtete bei der Vertonung seiner Filme immer sehr genau auf die Lautstärke von Geräuschen. Drei Männer kommen am Anfang des Films in eine Stadt - ihre Gestik und Mimik verheißt nichts Gutes. Um diesen Effekt zu unterstreichen, stört das Quietschen eines Windrades die harmonische Ruhe in diesem friedlichen Städtchen. Das Windrad quietscht aus unerfindlichem Grund immer lauter, störender und steht damit als akustisches Symbol für die Ankunft der "Störenfriede", der drei Männer, die neu in der Stadt angekommen sind.

"Setzt ein relativ geräuschvolles Umfeld plötzlich aus, dann suggeriert das dem Zuschauer: Hier stimmt etwas nicht."

Unnatürliche Stille kann bedrohlich wirken

Als einer der Ganoven sich von einem Telegrafen gestört fühlt und die Kabel aus der Wand reißt, verstummt auch die komplette Natur rund herum. Eine Effekt, den das Publikum nur unterschwellig wahrnimmt, der aber das Gefühl der Bedrohung verstärkt und die Spannung beim Zuschauer steigert. Auch in Actionfilmen wird dieser stille Moment oft eingesetzt, kurz vor Explosionen oder nach Zusammenstößen von Autos. Unser Autor Hendrik Efert hat sich bei Filmklassikern angesehen, wie man Stille als Stilmittel in Filmen nutzen kann.