Das Jahr neigt sich dem Ende zu - Zeit für Rückblick, Analyse, Selbstkritik. Und Zeit für neue Vorsätze, aus denen sogar etwas werden kann, wenn wir ein paar Regeln beachten. Die Voraussetzung: Das Weihnachtsfest wurde ohne nachhaltige Schäden an Stimmung und Wohlbefinden überstanden.

Wie das alles funktioniert, klärt Sven Preger mit Georg Krause, Pädagoge und Psychologischer Berater.

1. Weihnachten überstehen

Johannes Döbbelt
"Ich habe mich vorbildlich verhalten und Menschen, die ich nicht leiden kann, besinnlich umarmt."

Wenn es an Weihnachten in der Familie Streit gibt, dann hat das für den Pädagogen und psychologischen Berater Georg Krause vor allem mit enttäuschten Erwartungen zu tun. Weihnachten ist in der Idealvorstellung besinnlich, gemütlich, wohltuend für alle. Doch wenn Vater oder Mutter stundenlang in der Küche arbeiten, der Weihnachtsbaum nicht richtig steht, die Beschenkten sich über ihre Geschenke beschweren und das Beisammensein genutzt wird, um alte Streitigkeiten fortzuführen, dann ist Weihnachten alles andere als wohltuend für alle.

Georg Krauses Tipp: Einen Plan machen! Wer macht was? Was passiert wann? Über welche Themen darf gesprochen werden, über welche nicht?

Ein solcher Weihnachts-Eventplan könne helfen, Weihnachten zu einem Fest ohne Streit zu machen. Und sollte der doch wieder aufkommen, helfen vielleicht Streitabbruchsignale. Sie müssen rechtzeitig verabredet werden. Sendet jemand die Signale aus, wird das Thema gewechselt. Überhaupt: Persönliche Differenzen müssen ja nicht unbedingt an Weihnachten geklärt werden, oder?

2. Zwischen den Jahren, Melancholie und Selbstreflexion

Johannes Döbbelt
"Das ist die Zeit zum Depriwerden."

Die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester ist für manche Arbeits-, für andere wiederum Freizeit. Vor allem für diese Personen ist das eine "hervorragende Zeit für eine Innenschau", sagt der psychologische Berater Georg Krause. So können wir uns schon vor Silvester um 24 Uhr fragen: Was habe ich in diesem Jahr geschafft? Was lief gut, was weniger? Und was will ich im nächsten Jahr anders oder besser machen?

Manche Menschen überkommt ein ambivalentes Gefühl. Einerseits kehrt Ruhe ein nach Weihnachten, andererseits will die freie Zeit gefüllt werden. Und Silvester steht vor der Tür, das für die meisten kein Fest der Ruhe werden wird.

3. Silvester und das Neue Jahr - alles bleibt, wie es war

Johannes Döbbelt
"2015 kann einem echt Angst machen."

Silvester, die Zeit der Vorsätze für das neue Jahr. Georg Krause ist sich sicher: Vorsätze, die nicht ausreichend überlegt wurden, sind zum Scheitern verurteilt. Er empfiehlt, Ziele zu definieren, die einfach zu erreichen sind. Denn Scheitern bedeutet Enttäuschung.

Aber: Generell brauchen wir Vorsätze und Ziele. Mal eben zu beschließen, mit dem Rauchen aufzuhören oder Vegetarier zu werden, ist für Silvester allerdings in der Regel überambitioniert.