Joshi Nichell ist 20 Jahre alt und ist 21 Monate lang durch die Welt getrampt. Gestartet ist er in der Nähe von Mainz. Geschafft hat er es bis Feuerland.

Joshi wollte unbedingt nach Südamerika – weil er dort noch nie war. Nach dem Abi schien die Zeit dafür perfekt zu sein – Zeit, um darüber nachzudenken, was denn jetzt eigentlich passieren soll in seinem Leben. Aus geplanten zehn Monaten sind am Ende dann 21 geworden. Fünf Monate davon ist Joshi zusammen mit seinem Bruder gereist, der in Südamerika zu ihm gestoßen ist.

Per Anhalter durch die Weltmeere

Europa hatte Joshi bisher noch nie verlassen – und bei seinen Reisen dort gute Erfahrungen mit Trampen gemacht. Also sollte es auch bis Südamerika auf diese Weise klappen, hat er sich gedacht und sich am 4. 0ktober 2016 auf den Weg gemacht. 

"Und dann steht man auf einmal am Mittelmeer und denkt sich: Mmmmh, wo geht die Straße weiter?"

Am Ende hat er Glück gehabt: Auch über den Atlantik ist er per Anhalter gekommen – mit verschiedenen Segelbooten, auf den er mitfahren durfte. Der Aufwand war entsprechend groß: Zweieinhalb Monate hat er Kontakte geknüpft und Leute überzeugt, bis sie ihn mitgenommen haben. 

Joshi Nichell auf einem Segelboot
Unterwegs auf den Weltmeeren - für umme

Die Mitfahrt auf dem ersten Schiff ist fehlgeschlagen, weil der Kapitän kein Freund von Joshis pflanzlichen Kochkünsten ist. Die beiden hätten die 30 Tage in einem 8,5 Meter langen Boot nicht zusammen überstanden.

Joshis erster Flug

Bis Ende Juni 2018 war Joshi noch nie geflogen. Sein erster Flug im Leben ist der Rückflug aus Südamerika nach Europa: Von Brasilien, wo er zuletzt mit der Familie noch ein bisschen Urlaub gemacht hat, geht es zurück nach Portugal – von dort dann aber wie gewohnt wieder per Anhalter nach Hause.

Trampen kann dauern… 

In Kolumbien hat Joshi nicht so gute Tramp-Erfahrungen gemacht: Zwei bis zweieinhalb Stunden hat er an der Straße gestanden, den Daumen raus. Nach 30 Kilometern hat sich das Ganze dann wiederholt. 

Die Erfahrungen in Kolumbien erklärt er sich damit, dass es dort sehr wenig Autos gebe (und dafür mehr Motorräder: auf neun davon sei er mitgenommen worden). Außerdem hätten die Leute große Angst vor Überfällen und Entführungen. Mit einer Charme-Offensive hat er versucht, dem entgegenzuwirken.

"Mit meinem Lächeln habe ich versucht, die Angst zu nehmen. Und mit blonden Haaren kommt man auch sehr weit."

In Ecuador war die Situation dann schon wieder eine völlig andere: 3-5 Minuten habe er maximal auf eine Mitfahrgelegenheit gewartet, berichtet Joshi.

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