Wenn Menschen sich einmischen, eintreten für die Rechte Anderer, helfen, anstatt zu zuschauen, dann nennt sich das Zivilcourage. Wir sind der Meinung, dass wir das häufiger machen sollten, zum Beispiel so, wie zwei Schüler, die einem Geschäftsmann auf dunkler Straße in einer bedrohlichen Situation helfen. Zivilcourage kann aber auch bedeuten, dass wir einfach mal ganz klar Position beziehen. So, wie mehrere Bürgermeister in Thüringen, die sich geweigert hatten, NPD-Stadträten bei deren Amtsantritt die Hand zu schütteln.

Eine Redaktionskonferenz mit Verena von Keitz

Nicholas Martin und Markus Knobloch

"Wir haben uns groß gemacht"

Die Schüler Nicholas Martin und Markus Knobloch haben einem Geschäftsmann geholfen, der von einem geistig verwirrten Mann angegriffen wurde. Dafür sind sie mit dem XY-Preis 2014 für mutige Mitbürger ausgezeichnet worden.

Im November 2013 sind die beiden Schüler Nicholas Martin und Markus Knobloch auf dem Nachhauseweg. Es ist dunkel, plötzlich hören sie ein Grölen und kurz darauf Hilferufe. Sie laufen los und sehen einen Mann, der hinter einem zweiten Mann kniet und ihn würgt. Der Vordere ist blutüberströmt. Die Schüler stürmen auf den Täter zu und schreien ihn an. Der lässt sich dadurch stoppen und geht weg. Die Schüler kümmern sich um den Verletzten und rufen die Polizei.

"Wir haben ihn einfach angeschrien und probiert, uns groß zu machen."
Nicholas Martin, hat einem Geschäftsmann aus einer bedrohlichen Situation geholfen

Die ganze Situation spielt sich an einer befahrenen Straße ab. Manche Autos bremsen kurz, schauen und fahren dann weiter. Irgendwann schaffen die damals 17-jährigen, ein Auto zu stoppen. Das Ehepaar in dem Wagen hilft ihnen, sich um den Verletzten zu kümmern. Der Angreifer kann später aufgrund ihrer Beschreibung gefasst werden. Markus Knobloch und Nicholas Martin wurden für ihre Zivilcourage mit dem XY-Preis des ZDF ausgezeichnet.