Der Mensch hat Afrika offenbar schon früher verlassen als gedacht. 

Archäologen haben in China Steinwerkzeuge und Tierknochen gefunden, die mehr als zwei Millionen Jahre alt sind. Die Wissenschaftler hatten im Zentrum des Landes, auf dem sogenannten Löss-Plateau, gegraben. Dieses Plateau besteht aus Millionen von feinen Sedimentschichten, die aus Staub entstanden sind, den der Wind aus den umliegenden Wüsten dort abgelagert hat. Wegen dieser Schicht-Struktur konnten die Wissenschaftler ihren Fund relativ genau datieren. Sie sagen, dass ein Teil der Artefakte in einer Sedimentschicht gefunden wurde, die auf ein eher feuchtes Klima hinweist. Weitere Gegenstände lagen aber in einer Schicht, die auf Trockenheit hindeutet. 

Die Wissenschaftler schließen daraus, dass die Frühmenschen in China so gute Lebensbedingungen hatten, dass sie auch mit Wetter-Umschwüngen klarkamen und deshalb die Gegend nicht verlassen mussten. Bisher galt ein Fund von Skelett-Teilen und Werkzeugen aus Georgien als ältester Beweis von Menschen außerhalb Afrikas. Dieser Fund ist etwa 270 000 Jahre jünger als die Entdeckung in China. Die Studie ist im Fachmagazin Nature erschienen.