• Abonnieren
  • Spotify
  • iTunes
  • Google
Eine Entlassung in der Fußball-Bundesliga hat diplomatische Folgen.

Die Regierung in Ungarn hat einen Vertreter der deutschen Botschaft einbestellt. Hintergrund ist die Entlassung des ungarischen Torwarttrainers Zsolt Petry bei Hertha BSC - wegen umstrittener Äußerungen zu Migration und Homosexualität. Das ungarische Außenministerium sagt, der Berliner Verein habe die freie Meinungsäußerung einschränkt. Deutschland habe wie Ungarn historische Erfahrungen mit Meinungsterror. Deshalb sei der Schutz des Grundrechts auf freie Rede die gemeinsame moralische Pflicht beider Staaten.

Der Torwarttrainer hatte in einem Interview mit einer ungarischen Zeitung die europäische Einwanderungspolitik als "Ausdruck des moralischen Verfalls" bezeichnet. Außerdem kritisierte er den Einsatz des Leipziger Torhüters Peter Gulacsi für das Ehe-Recht gleichgeschlechtlicher Paare in Ungarn.

Hertha BSC hatte die Entlassung damit begründet, dass die Äußerungen unvereinbar mit dem Bekenntnis des Vereins zu Werten wie Vielfalt und Toleranz seien.