Die Bundesregierung setzt im Kampf gegen die Luftverschmutzung offenbar auf kostenlose Busse und Bahnen - damit weniger Leute Auto fahren. 

Medienberichten zufolge haben die zuständigen Ministerien das in einem Brief an die EU-Kommission vorgeschlagen. Das könnte bedeuten, dass der Bund Länder und Kommunen finanziell unterstützt, wenn die kostenlosen Nahverkehr einführen. 

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen sieht den Vorschlag kritisch: Durch den Ticketverkauf kämen bis jetzt rund 12 Milliarden Euro zusammen - die müssten dann die Steuerzahler übernehmen. Die Bundesregierung hatte Vorschläge an die EU-Kommission geschickt, wie sie die viel zu hohen Stickoxidwerte in deutschen Städten senken will. Die EU entscheidet im März, ob die Maßnahmen reichen oder sie gegen Deutschland vor Gericht zieht.

Dem Schreiben nach sollen die Städte auch unterstützt werden, Verkehrsregeln zu entwickeln, um die Luftverschmutzung durch Autos und Lastwagen zu reduzieren. Die Deutsche Umwelthilfe setzt sich seit Langem für Diesel-Fahrverbote ein - das will die Bundesregierung gerne verhindern. Nächste Woche entscheidet das Bundesverwaltungsgericht darüber in einem Grundsatzurteil.