Von der angeblichen jüdischen Weltverschwörung bis hin zu Vergasungsaufrufen - bei Social Media ist letztes Jahr mehr als alle eineinhalb Minuten so ein antisemitischer Kommentar veröffentlicht worden.

Das zeigt eine Studie, für die der Jüdische Weltkonkgress (WJC) eine israelische Monitoring-Firma beauftragt hat. Sie hat zehn Millionen Posts in 20 Sprachen ausgewertet, bei Facebook, Twitter, Youtube und Instagram sowie in Blogs und Foren.

  Für den WJC ist das ein alarmierendes Ergebnis:

"We knew that anti-Semitism online was on the rise, but the numbers revealed in this report give us concrete data as to how alarming the situation really is. We hope this serves as a wake-up call to all internet forums."
Robert R. Singer, CEO des Jüdischen Weltkongresses

Laut WJC wurden bei der Analyse Kommentare mit Kritik an Israel, wie sie auf ähnlichem Level auch gegen andere Länder denkbar sei, nicht als "antisemitisch" gewertet, sondern alle Kommentare, die unter eine Arbeitsdefinition von Antisemitismus der Internationalen Allianz für Holocaust-Gedenken (IHRA) fallen. Demnach äußert sich Antisemitismus oft in Vorstellungen wie der der angeblichen jüdischen Weltverschwörung oder anderen Stereotypen, oder der Holocaust wird verharmlost oder in Frage gestellt.

Die komplette Studie soll nächstes Jahr veröffentlicht werden. Aus den ersten Ergebnissen geht aber auch schon hervor, dass es besonders auf Twitter viele antisemitische Posts gibt.