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Wenn Krankheitssymptome verschwinden, obwohl man statt echtem Medikament nur eine Zuckerpille bekommt – dann ist der berühmte Placebo-Effekt am Start.

Beim Nocebo-Effekt tritt dagegen eine unerwünschte Nebenwirkung schon dann ein, wenn sie nur erwartet wird.

Forschende aus den USA haben jetzt herausgefunden, dass man beide Effekte beeinflussen kann, wenn man bestimmte Bereiche im Gehirn mit elektrischen Reizen stimuliert. In ihrem Experiment haben sie einer Gruppe von Testpersonen drei Mal die gleiche Placebo-Salbe ohne Wirkstoff auf die Haut aufgetragen. Den Teilnehmenden wurde aber erklärt, es seien drei verschiedene Präparate: Eine mit einer schmerzlindernden Wirkung, eine, die den Schmerz verstärken könne und eine neutrale Salbe. Bei allen Teilnehmenden zeigte sich auch der erwartete Effekt.

Elektrische Reize verringern Wahrnehmung von Nebenwirkungen

Danach bekamen die Testpersonen an drei Tagen jeweils 20 Minuten lang eine elektrische Hirnstimulation – eine Gruppe wirklich, der anderen Gruppe wurde das nur vorgegaukelt. Als das Salben-Experiment im Anschluss wiederholt wurde, zeigte sich, dass die Gruppe mit den echten Hirnstimulationen die angeblich schmerzlindernde Wirkung der einen Salbe stärker wahrnahm, die angeblich schmerzverstärkende Wirkung verringerte sich dagegen. Das heißt, der Placebo-Effekt wurde verstärkt, der Nocebo-Effekt abgeschwächt. Die Forschenden wollen jetzt weiter daran forschen, wie sich diese Ergebnisse zum Beispiel in der klinischen Behandlung anwenden lassen.