Eine Hochzeit ist eigentlich ein Grund zur Freude.

Nicht so für den israelischen Parlamentsabgeordneten Jigal Guetta von der Schas-Partei. Ihn kostet der Besuch bei der Trauung seines Neffen den Job als Politiker. Guetta ist nach Druck prominenter Rabbiner zurückgetreten. Das berichtet unter anderem die Jeruslaem Post. Der Grund: Sein Neffe hatte einen Mann geheiratet.

Guetta hatte Anfang der Woche seine Teilnahme an der Hochzeit bestätigt. Er sagte Medien, er habe seine Familie zum Mitfeiern verpflichtet, um seinen Neffen glücklich zu machen. Gleichzeitig habe er deutlich gemacht, dass die gleichgeschlechtliche Ehe nach der Thora verboten und - so wörtlich - "eine Abscheulichkeit" sei. Mehrere Rabbiner hatten daraufhin in einem öffentlichen Brief den Parteiausschluss Guettas gefordert.

Politiker anderer Parteien bedauerten den Rücktritt. Jair Lapid von der Jesch-Atid-Partei twitterte, es sei traurig, dass in Israel im Jahr 2017 ein Politiker zum Rücktritt gezwungen werde, weil er an der Hochzeit zweier Menschen teilgenommen habe, die sich liebten.

In Israel werden gleichgeschlechtliche Ehen offiziell anerkannt, wenn ein Rabbiner vorher eine Lizenz dafür ausgestellt hat. Auch beim Militär werden Homosexuelle akzeptiert und Tel Aviv ist eine LGTB-freundliche Stadt. Aber unter den Ultra-Orthodoxen in Israel gilt Homosexualität als Sünde.