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Polen ist ein sehr katholisches Land - trotzdem wollen dort immer weniger Männer Priester werden.

Eine polnische Nachrichtenagentur berichtet, dass sich in diesem Jahr so wenig Männer für eine Ausbildung zum Priester entschieden haben, wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg. Insgesamt seien dieses Jahr 356 Männer in Priesterseminare eingetreten. 2005 waren es noch über 1000. Die Bewerberzahlen sinken seit Jahren.

Mangelnde Vorbilder, schlechtes Image & Missbrauchsvorwürfe

Zu den möglichen Gründen sagt der Vorsitzende der Rektorenkonferenz der Priesterseminare, dass es keine "Krise bei der Berufung von Priestern", sondern eine "Krise der Berufenen" gebe. Diese hätten oft mit persönlichen Problemen oder mangelnden Vorbildern zu kämpfen. Auch das schlechte Image, das Kirche und Priestertum aktuell habe - unter anderem durch die vielen Fälle von sexuellem Missbrauch - trägt ihm zufolge dazu bei, dass sich weniger Männer bewerben.

Obwohl sich immer weniger Katholiken in Polen für den Priesterberuf entscheiden, sind es immer noch deutlich mehr als in Deutschland oder anderen europäischen Länder.