Bisherige Prognosen berücksichtigen vor allem, dass sich Meerwasser durch die Erwärmung ausdehnt und, dass Gletscher und Eisschilde schmelzen. Forschende haben in den Geophysical Research Letters jetzt einen weiteren Effekt genauer untersucht: Wenn sich Wassermassen im Ozean verlagern, verändern sie auch die Schwerkraft, die Erdrotation und die Form der Erdkruste. Die Folge: Dadurch sammelt sich in manchen Regionen zusätzlich Wasser an, während es anderswo abfließt.
Mithilfe von Klimamodellen hat das Forschungsteam berechnet, dass dadurch bis Ende des Jahrhunderts der Meeresspiegel an manchen Küsten um bis zu fünf Zentimeter stärker steigen könnte, als bisherige Projektionen erwarten lassen.
Global macht das keinen Unterschied. Regional könnten wenige zusätzliche Zentimeter aber entscheidend sein - etwa für den Küstenschutz oder die Planung von Deichen. Die Forschenden schlagen deshalb vor, dass solche Effekte in Zukunft stärker in regionale Meeresspiegel-Prognosen einbezogen werden.
