Zum ersten Mal in der Geschichte Belgiens hat sich ein Staatsoberhaupt für die Kolonial-Vergangenheit des Landes entschuldigt.

"Tiefstes Bedauern"

König Philippe äußerte jetzt sein - so wörtlich - "tiefstes Bedauern für die Verletzungen der Vergangenheit", die während der belgischen Kolonialzeit in der Demokratischen Republik Kongo in Afrika zugefügt wurden. In einem Brief an den Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo, Félix Tshisekedi, sprach König Philippe anlässlich des 60. Jahrestages der Unabhängigkeit des Kongos auch von Diskriminierungen in der Gesellschaft, die bis heute anhalten wüden.

Kolonie als Privatbesitz

Die heutige Demokratische Republik Kongo war von 1885 bis 1908 das Privateigentum des belgischen Königs Leopold II. Er beutete das Land grausam aus. Während seiner Herrschaft kamen rund 25 Millionen Menschen im Kongo ums Leben.

Die oben stehende Karikatur ist im Jahr 1907 im belgischen Satiremagazin „Les Corbeaux“ erschienen. Sie prangert mit beißendem Spott die angebliche Aufklärung von Kolonialverbrechen im Kongo durch eine belgische Untersuchungskommission an.