In Kriegsgebieten bricht die medizinische Versorgung häufig zusammen - gleichzeitig müssen Ärzte und Ärztinnen Verletzungen behandeln, mit denen sie vorher noch nie zu tun hatten.

Um vor allem Kindern in dieser Situation besser helfen zu können, haben britische Mediziner ein Feldhandbuch für Kriegsgebiete herausgebracht. Syrische Ärzte hatten sie darum gebeten. Wie die Thomson Reuters Foundation berichtet, soll es das Handbuch bald auch als Smartphone-App geben. Erstmal soll es aber an Notfallteams in Syrien, später im Jemen, im Irak und in Afghanistan verteilt werden. Beteiligt ist auch die Hilfsorganisation Save the Children. Sie rechnet vor, dass in den vier Ländern und Nigeria 2017 mehr als 5300 Kinder durch Sprengstoff verstümmelt oder getötet wurden - zum Beispiel durch Luftangriffe, Selbstmordattentate oder Landminen.

Ein beteiligter Mediziner sagt, dass in den meisten Lehrbüchern nur steht, wie Explosionsverletzungen bei verletzten Erwachsenen zu behandeln sind. Der Körper von Kindern sei aber anders. Ihr Schädel sei dünnner und ihre Muskeln weniger entwickelt. Deshalb sei das Risiko für Hirnverletzungen und innere Organschäden größer.