Kroatien hat es mit einer Debatte um Gewalt gegen Frauen zu tun - und zwar in der Geburtshilfe.

Eine Parlamentsabgeordnete hat sie nach einem Bericht der BBC angestoßen - und zwar, indem sie von ihren eigenen Erfahrungen nach einer Fehlgeburt berichtete. Sie beschrieb eine "mittelalterliche Behandlung": Sie sei gefesselt worden, danach wurde ihre Gebärmutter ohne Betäubung ausgeschabt. Die Abgeordnete spricht von den schmerzhaftesten 30 Minuten ihres Leben.

Bis jetzt hat sie 400 Berichte von Frauen gesammelt, die ein schlechtes Bild auf kroatische Krankenhäuser werfen. Da wird von Gewebeentnahmen ohne Betäubung erzählt oder auch, dass Verletzungen nach einer Geburt einfach so genäht wurden. Dazu kommen wohl Sprüche zu den Frauen wie: "Wenn du Sex haben konntest, solltest du das jetzt ertragen können" oder, dass sie genäht werden, um ihre Ehemänner wieder glücklich machen zu können. Der Gesundheitsminister Kroatiens weist die Berichte laut BBC als erfunden zurück.

Eine Gynäkologin aus Kroatien sagte dem Sender, dass in Kroatien zum einen Fachleute fehlten; und zum anderen kulturell davon ausgegangen werde, dass eine Frau, wenn sie Mutter werden möchte, Schmerzen ertragen kann.