Die Wirtschaftskrise im Libanon trifft viele Frauen besonders hart.

Immer mehr Arbeitsmigrantinnen, die in libanesischen Haushalten saubermachen, Kinder betreuen und Essen kochen, sitzen auf der Straße. Viele Arbeitgeber können sie seit Monaten nicht mehr bezahlen.

Die Frauen berichten von Arbeitszeiten bis 2 Uhr morgens und dass sie um 5 Uhr wieder aufstehen mussten. Außerdem habe man ihnen zu wenig zu Essen und zu trinken gegeben, sodass manche heimlich im Badezimmer aus dem Hahn getrunken hätten.

Auf sich selbst gestellt

Allein die Caritas Libanon betreut 120 Frauen in einem Frauenhaus. Viele der Arbeitsmigrantinnen kommen aus Äthiopien, Ghana, Bangladesch und von den Philippinen. Dass die libanesische Regierung den Frauen hilft, gilt als unwahrscheinlich. Durch die Wirtschaftskrise sind die Preise für Lebensmittel seit März um über 60 Prozent gestiegen. Die Inflationsrate schätzt die Regierung für 2020 auf gut 25 Prozent.