Magersucht ist die Folge einer psychischen Erkrankung, heißt es oft.

Das ist möglicherweise nur die halbe Wahrheit, hat ein Forschungsteam aus den USA rausgefunden. Im Erbgut von 17.000 Magersucht-Patientinnen und -Patienten entdeckten sie ein eindeutiges Muster bei Genen, die im Gehirn für die Ess-Motivation und Belohnung nach dem Essen aktiv sind. Das würde bedeuten, dass Magersüchtige Essen möglicherweise nicht so genießen können wie gesunde Menschen. Veränderungen gab es auch bei Genen, die wichtig für den Stoffwechsel sind. Das könnte erklären, warum viele Betroffene selbst dann kaum zunehmen, wenn sie schon behandelt werden. Die Hauptautorin der Studie plädiert deswegen dafür, Magersucht auch als Stoffwechsel-Erkrankung zu betrachten - und nicht nur als Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper.

An Magersucht erkranken bis zu vier Prozent der Frauen, bei Männern sind es nur etwa 0,3 Prozent. Die Forschenden schreiben, dass die Behandlungserfolge bis heute inakzeptabel seien.