Das schreiben österreichische Forscher im Fachmagazin Scientific Reports. Sie haben für ihre Studie die Texte von mehr als 20.000 Songs analysiert - und zwar aus den Jahren 1973 bis 2023. Dafür haben sie sich die US-Billboard-Charts angeschaut. Die sind eine Kombi aus Radio-Airplay, digitalen und physischen Verkäufen sowie Streamingdaten. Die Songtexte haben die Forscher abgeglichen mit fast 300 stressbezogenen Begriffen - zum Beispiel "nervös", "Migräne" und "Bedrohung". So gab es dann für jeden Song eine Punktzahl, je nach Anzahl der Stresswörter.
Ergebnis: Beliebte Popsongs enthalten heute im Schnitt mehr stressbezogene Wörter als früher, sind also inhaltlich negativer. Das passt laut den Forschern auch dazu, dass stressbezogene Störungen in dem Zeitraum gestiegen sind. Während großer Krisen wie der Corona-Pandemie hörten die Menschen allerdings offenbar lieber positivere Songs. Das werten die Forscher als eine Art Selbstregulation und Eskapismus.
Außerdem stellten sie fest, dass die Songtexte bis 2016 erst einfacher wurden, aber seitdem wieder komplexer. Die Gründe dafür sind bisher unklar und müssen weiter untersucht werden. Die Komplexität der Songtexte hängt aber wohl nicht mit positiven oder negativen Inhalten zusammen.
