Tausende Frauen und Mädchen aus Myanmar werden offenbar für Zwangsehen nach China verkauft.

US-Wissenschaftler schreiben, dass die Frauen vor allem alte, kranke oder behinderte Männer in ländlichen Gegenden heiraten müssen und dass sie auch gezwungen werden, ein Kind zu bekommen.

Das Forschungsteam der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health hat für seine Studie Interviews mit Betroffenen geführt. Die meisten von ihnen stammen aus ärmeren Verhältnissen - aus den nördlichen Bundesstaaten Kachin und Shan. Die Frauen berichten, dass entweder ihre Familien oder die Dorfältesten die Zwangsehen organisieren. Chinesische Männer müssten umgerechnet bis zu 13.000 Euro zahlen - je jünger die Frau, desto teurer ist sie.

China hat einen Männerüberschuss. Schuld ist die jahrzehntelange Ein-Kind-Politik: Weil nur ein Kind erlaubt war, wollten viele Paare, dass dieses eine Kind ein Junge wird. Die Eltern meinten, dass ein Sohn sie im Alter besser versorgen könnte. Mädchen wurden deshalb oft abgetrieben.