Keine verschlossenen Türen, kein Wachpersonal - so wird das Experiment in einem Gefängnis in den USA beschrieben, über das eine Netflix-Doku läuft.

Sechs Wochen haben knapp 50 Häftlinge im Gefängnis Little Rock im Verwaltungsbezirk Pulaski mehr Selbstbestimmung bekommen. Das Ziel: Mehr gemeinschaftliches Miteinander und weniger Rückfälle nach der Entlassung. Für die Streaming-Doku musste sich der Sheriff von Pulaski County aber jetzt in einer Anhörung vor Abgeordneten des Bundesstaats Arkansas verantworten.

Häftlinge ausgenutzt?

Ein republikanischer Senator kritisierte, die Häftlinge würden für die Doku ausgenutzt. Er stellte außerdem in Frage, wie aussagekräftig das Experiment sei, wenn alles gefilmt wird. Andere sorgen sich um den Ruf des Bundesstaats. Der Bezirksstaatsanwalt bemängelt, dass er dem Filmprojekt nicht zugestimmt habe. Der Vertrag mit der Produktionsfirma sei also rechtswidrig. Der Sheriff verteidigte das Projekt. Die Insassen sollten aus dem Gefängnis als bessere Menschen entlassen werden. Unterstützung bekam er von einer demokratischen Senatorin. In Little Rock würden Menschen wie Menschen behandelt.