Eine Dosis des neuen Medikaments "Zeugensma" kostet mehr als zwei Millionen US-Dollar - damit verkauft der Schweizer Pharmakonzern Novartis jetzt das teuerste Medikament der Welt.

Die US-Behörde FDA hat das Gentherapie-Mittel zugelassen, um damit bei Babys die Erbkrankheit Spinale Muskelatrophie (SMA) zu behandeln. Ohne Medikamente verkümmern die Muskeln immer mehr und die Babys sind lebenslang behindert oder sterben früh. Novartis rechnet damit, dass das neue Medikament dieses Jahr auch in Europa und Japan genehmigt wird.

Die US-Behörden hatten zuerst große Bedenken wegen der hohen Kosten des Medikaments. Der Pharmakonzern argumentierte aber offenbar erfolgreich damit, dass die Einmal-Medikamenten-Dosis das Leben von vielen Patienten retten könne, die sonst eine ähnlich teure Langzeitbehandlung bekommen müssten. Bisher gibt es gegen die SMA-Krankheit schon ein anderes Mittel, vom US-Konkurrenten Biogen. Das muss aber alle vier Monate verabreicht werden und kostet mehrere hunderttausende US-Dollar pro Jahr. Auch ein dritter Pharmakonzern, der Schweizer Konzern Roche, arbeitet an einem Wirkstoff.

Novartis will Krankenversicherungen für das Medikament wegen des hohen Preises Ratenzahlungen anbieten. Der Konzern sagt, dass der Marktpreis bei gerade mal der Hälfte des eigentlichen Wertes liege. Kritiker sagen, dass die Pharmabranche mit solchen Aussagen die Strategie verfolgt, die Leute an die extrem hohen Preise von Gen-Therapien zu gewöhnen.