Morgens an einen sauberen Arbeitsplatz kommen - doch von einer Putzkraft keine Spur: Die hat zu Randzeiten gearbeitet.

Zwei Forscherinnen aus Österreich haben untersucht, welche Vorteile eine Umstellung auf Arbeitszeiten am Tag hätte. Dann könnten etwa die "geteilten Dienste" wegfallen, bei denen die Reinigungskräfte mehrere Stunden am Tag frei haben. Das halbiert die Anfahrtswege und ihnen bleibt mehr Zeit für Familien- und Privatleben. Die Reinigungskräfte - überwiegend Frauen, meist mit Migrationshintergrund - würden dann auch nicht mehr isoliert arbeiten, hätten mehr sozialen Austausch bei der Arbeit und mehr Gelegenheit, dort Deutsch zu sprechen.

Diese besseren Arbeitsbedingungen könnten die Personalsuche vereinfachen und die Unternehmen könnten Missverständnisse oder Unklarheiten direkt klären. In dringenden Fällen wären die Reinigungskräfte auch schneller verfügbar.

Als nachvollziehbares Gegenargument sehen die Forscherinnen die Sorge vor Störungen. Hier könnte Technik helfen zu erkennen, wann Räume nicht genutzt werden. Das würde den Aufwand für die Reinigungsfirmen etwas erhöhen.

Die Forscherinnen sagen, dass bisher das Bewusstsein fehlt, wie sehr Reinigungskräfte unter den aktuellen Arbeitsbedingungen leiden und dass es Alternativen gibt. Damit die Umstellung Vorteile für beide Seiten mit sich bringt, müsste sie aber sehr umsichtig erfolgen.