In Japan ist es eine Sensation: Ein Minister hat angekündigt, dass er in Elternzeit gehen will, wenn sein Kind geboren wird.

Umweltminister Shinjiro Koizumi wäre der erste amtierende Minister, der für sein Kind eine berufliche Auszeit nimmt. Diese Auszeit ist allerdings aus deutscher Sicht nicht wirklich lang: Koizumi will insgesamt zwei Wochen zu Hause bleiben, verteilt über drei Monate. Er hat versprochen, nur freizunehmen, wenn keine beruflich wichtigen Termine anstehen. Der Minister sagte, ihm sei die Entscheidung für die Auszeit schwer gefallen, aber er wolle Vorbild für andere Männer sein.

Japan hat mit einer alternden Bevölkerung zu kämpfen, gleichzeitig ist die Geburtenrate auf einem Rekord-Tief. Ein Grund ist unter anderem die schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Angestellten stehen zwar bis zu zwölf bezahlte Elternzeit-Monate zu. Männer nehmen das aber kaum in Anspruch, weil sie um ihre Karriere und ihr Ansehen bei Chefs und Kollegen fürchten.