Werbung in Online-Netzwerken kann ziemlich präzise für bestimmte Zielgruppen angezeigt werden - dank der persönlichen Informationen, die wir da preisgeben.

Twitter ermöglicht so Werbung für Leute nach bestimmten Schlüsselwörtern - wie "Auto-Fans" oder "Veganer". Das System ist aber anscheinend etwas aus dem Ruder gelaufen: Twitter hat sich nach Berichten der BBC entschuldigt - weil Werbekunden bei dem Kurznachrichtendienst gezielt mutmaßliche Neonazis, Homophobe oder auch Menschen mit Essstörung ansprechen konnten.

Die britischen Reporter hatten testweise Anzeigen geschaltet: Dabei konnten sie Zielgruppen auswählen, die sich offenbar für Hass und Hetze interessieren, unter Schlüsselwörtern wie "transphobisch" und "schwulenfeindlich". Twitter gab laut der BBC auch eine mögliche Reichweite in diesen Werbegruppen an - in der Kategorie "Neonazi" bis zu 81.000 Menschen in Großbritannien.

Das Unternehmen hat nach Bekanntwerden der Recherche erklärt, es habe sich um Fehler gehandelt, die korrigiert worden seien. Unklar ist, ob tatsächlich jemand Werbung für Neonazis geschaltet hat.