Sprache und Musik gibt es in allen Kulturkreisen der Welt - aber welche Gemeinsamkeiten haben sie und wie unterscheiden sie sich?

Der Frage ist ein großes internationales Forschungsteam im Fachmagazin Science Advances ganz praktisch nachgegangen: 75 Forschende haben sich höchstpersönlich vors Mikro gesetzt und traditionelle Lieder in ihrer Muttersprache gesungen. Außerdem lasen sie den jeweiligen Liedtext vor, beschrieben ihn in eigenen Worten und nahmen zudem noch eine Instrumentalversion des Liedes auf. Das ergab 300 Aufnahmen in 55 verschiedenen Sprachen. Ein Ausschnitt daraus ist in diesem Video zu sehen.

Diese Aufnahmen analysierten sie unter anderem auf die Tonhöhe und wie stabil diese Tonhöhe war. Außerdem guckten sie, wie Pausen und Einsätze strukturiert waren - also welche Art von Sprech- bzw. Sing-Rhythmus es gab.

Das Ergebnis: Lieder sind im Schnitt höher und auch langsamer als Sprache. Zudem ist die Tonhöhe bei Liedern stabiler.

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Die Forschenden vermuten, dass die Melodie von Liedern vorhersehbarer und regelmäßiger ist, weil es dadurch leichter wird, synchron zu singen. So kann durch Musik leichter eine soziale Bindung entstehen.

Die Ergebnisse entsprechen Erkenntnissen aus ähnlichen Untersuchungen, die sich aber großteils nur mit dem Englischen oder anderen indoeuropäischen Sprachen beschäftigten.

Die Forschenden sagen, dass ihre Studie insgesamt deutliche Hinweise darauf gibt, dass es zwischen Sprache und Gesang beziehungsweise Musik im Allgemeinen über alle untersuchten Sprachgruppen hinweg "statistisch universelle Gemeinsamkeiten" gibt - auch wenn es natürlich Ausnahmen gab und für viele Sprachen nur ein Beispiel vorlag.