Die Welt ist im November vor 35 Jahren nur knapp an einem Atomkrieg vorbeigeschrammt.

Das belegen Recherchen der US-amerikanischen Organisation "Freedom of Information Act Project", über die die BBC berichtet. 1983 hatte das Nato-Manöver Able Archer einen sowjetischen Angriff auf Jugoslawien, Skandinavien und später auch Mitteleuropa simuliert. In dem Rollenspiel mussten die Nato-Truppen zurückweichen und drohten mit einem atomaren Erstschlag. Um die Drohung zu untermauern wurde virtuell eine Atomrakete auf Kiew abgefeuert und die Stadt zerstört.

Die Sowjetische Führung hatte große Angst

Ein Bericht der US-Geheimdienste aus dem Jahr 1990, der erst vor kurzem öffentlich wurde, zeigt, dass die sowjetische Seite sich extrem schwertat, zu unterscheiden, was Manöver war - und was ernst, zumal die Nato zum ersten Mal während einer Übung ihren Funkverkehr verschlüsselte und zwischendurch ganz aussetzte. Dokumente des sowjetischen Geheimdienstes KGB belegen demnach, wie verunsichert und ängstlich die damalige sowjetische Führung um Juri Andropov war - und wie kurz sie davor stand, echte Atomraketen einzusetzen, um einem vermeintlichen Angriff der Nato zuvorzukommen. Offiziell wurde von sowjetischer Seite nie bestätigt, dass Able Archer 83 militärische Reaktionen ausgelöst hatte.