250 Jahre USAWie Amerika seine Unabhängigkeit erkämpfte

Vor 250 Jahren erklärten die britischen Kolonien in Amerika ihre Unabhängigkeit. Hätte das englische Parlament eine klügere Politik gemacht, wäre es vielleicht nicht dazu gekommen. Ein Vortrag des Amerikanisten Frank Kelleter.

Nach ungefähr einem Jahr Krieg gegen die britische Kolonialmacht erklärten die dreizehn britischen Kolonien in Amerika am 4. Juli 1776 ihre Unabhängigkeit. Der Tag gilt als Geburtsstunde der USA und spielt bis heute eine ganz zentrale Rolle im Selbstverständnis der USA.

"Noch in der ersten Hälfte der 1770er Jahre spielt Independence im offiziellen politischen Diskurs Nordamerikas so gut wie keine Rolle."
Frank Kelleter, Amerikanist

Dabei gab es in den Kolonien lange Zeit überhaupt kein Streben nach Unabhängigkeit. Die amerikanischen Kolonien waren unzufrieden mit der Politik und den Auflagen des britischen Parlaments. Hätte das Parlament klüger gehandelt, dann hätten sich die Kolonien vielleicht nie gelöst, sagt Frank Kelleter.

Unabhängigkeit als Revolution

Zu den Forschungsschwerpunkten Frank Kelleters gehören die amerikanische Kolonialzeit und Aufklärung. In seinem Vortrag erzählt er, wie es zur amerikanischen Unabhängigkeitserklärung kam, was es mit dem Text auf sich hatte – und wie sich innerhalb kürzester Zeit ein ursprünglich eher konservatives politisches Milieu radikalisierte und revolutionär wurde.

"Die Unabhängigkeitserklärung war unter anderem eine Kriegserklärung und ein Propagandatext."
Frank Kelleter, Amerikanist

Die Declaration of Independence wird oft vor allem als philosophischer und politiktheoretischer Text gelesen. Aber sie ist noch mehr, sagt Kelleter. Die Unabhängigkeitserklärung ist auch ein Kriegsdokument – ein strategisches Papier, um in einem militärischen Konflikt bestimmte politische Ziele zu erreichen.

Frank Kelleter ist Professor für Nordamerikanische Kultur am John-F.-Kennedy-Institut der Freien Universität Berlin. Sein Vortrag hat den Titel "Philosophie als Politik: Vom Siebenjährigen Krieg zum Kriegssommer 1776". Er hat ihn am 07. Mai 2026 in Bad Homburg gehalten im Rahmen der Vortragsreihe "Umkämpftes Vermächtnis. Die 'Declaration of Independence' als lebendige Tradition, 1776 – 2026". Veranstaltet wird die Reihe vom John McCloy Transatlantic Forum des Forschungskollegs Humanwissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt am Main in Zusammenarbeit mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte.