40.000 v. Chr.Moderne Menschen hinterlassen Bilder in der Chauvet-Höhle
1994 entdecken drei Amateurhöhlenforscher im Flusstal der Ardèche in Frankreich eine Höhle: Die Malereien darin sind etwa 36.000 Jahre alt, sie zählen zu den ältesten bekannten Höhlenbildern. Und sie liefern wichtige Einblicke.
Es ist der 18. Dezember 1994, als die drei Amateurhöhlenforscher Jean-Marie Chauvet, Éliette Brunel und Christian Hillaire in Vallon Pont d'Arc ihre Entdeckung machen. Später wird die Höhle nach Jean-Marie Chauvet benannt.
Ein unglaublicher Fund: Hunderte prähistorische Wandbilder
Die Malereien in der Höhle von Chauvet werden auf ein Alter von etwa 36.000 Jahren geschätzt. Die Höhle war über Jahrtausende weitgehend abgeschlossen. Deshalb sind die Felsmalereien bis heute erhalten.
Zu sehen sind vor allem Tierzeichnungen: Sie geben Einblicke in die Tierwelt und die Lebensweise der Menschen im Süden Frankreichs vor etwa 36.000 Jahren.
"In der Höhle von Chauvet sehen wir die eiszeitliche Tierwelt wunderbar abgebildet."
Man könnte sagen, dass diese Malereien zusammen mit frühen Funden aus Spanien und Indonesien zu den ältesten bekannten Bildzeugnissen der Menschheit gehören.
Die Malereien in der Chauvet-Höhle zeigen mindestens 14 verschiedene Tierarten, sagt die Archäologin Sibylle Wolf. Unsere eiszeitlichen Vorfahren konnten sehr genau beobachten und dies perfekt wiedergeben, so Wolf.
Die Malereien zeigen, dass die Menschen damals bereits über ausgeprägte künstlerische Fähigkeiten verfügten. Zu sehen sind Rentiere, Wisente oder auch Auerochsen.
Bildhinweis: Das Aufmacherfoto zeigt eine Malerei aus der Nachbildung der Chauvet-Höhle. Es zeigt die Chauvet-Höhle 2 Ardèche.
Ihr hört in Eine Stunde History:
- Philipp Gunz, Paläoanthropologe, forscht am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig
- Johannes Krause, Biochemiker und Paläogenetiker am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie Leipzig
- Sibylle Wolf, Archäologin und Expertin für altsteinzeitliche Kunst, Universität Tübingen
- Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Dr. Matthias von Hellfeld
- Deutschlandfunk-Nova-Reporter Armin Himmelrath