AmeisenplageDie Ameise, die das Internet lahmlegen kann
Sie ist winzig klein und sorgt für große Probleme: Die Große Drüsenameise ist eine invasive Art, die heimische Ameisen verdrängt. Damit stört sie die heimische Biodiversität und bringt wichtige Infrastruktur zum Erliegen.
Kein Strom, kein Internet und unterhöhlte Böden – die Große Drüsenameise sorgt in manchen Orten Deutschlands für große Probleme. Besonders betroffen ist der Süden.
Dabei kommt die Ameisenart Tapinoma magnum gar nicht aus Deutschland. Sie stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, verbreitet sich aber seit Jahren in Deutschland. Bis zu 100 Kommunen sind mittlerweile betroffen, sagt Ameisenforscher Manfred Verhaagh vom Naturkundemuseum in Karlsruhe.
"Ihr eigentliches Gift ist für den Menschen nicht giftig, aber für andere Ameisen dafür sehr. Das ist ein Problem für unsere einheimische Biodiversität."
Krabbelt die Große Drüsenameise am Bein hoch, kann sie beißen und ein Sekret abgeben, das zu Irritationen der Haut führen kann. Wirklich gefährlich ist sie aber nur für andere Ameisen: Mit ihrem Gift kann die Große Drüsenameise sie töten und so heimische Arten verdrängen. Die invasive Art sorgt zudem dafür, dass sich unter anderem Blattläuse stärker ausbreiten.
Was an der Tapinoma magnum auch besonders ist, sind die sogenannten Superkolonien, die sie bildet. Die bestehen aus mehreren Königinnen und Tausenden Arbeiterinnen. Das machen heimische Ameisen anders: Ihre Kolonien haben eine Königin an der Spitze. Sie unterscheiden auch darin, wer zu ihrer Kolonien gehört und wer nicht.
Tapinoma magnum bekämpfen?
Die Superkolonien der Große Drüsenameise können hingegen schnell sehr groß werden. Teilweise sind diese Kolonien mehrere Hektar groß. In Deutschland sind zum Beispiel Superkolonien bekannt mit einer Größe zwischen zehn und zwanzig Hektar, so der Ameisenforscher.
Wenn sie klein sind, fallen die Kolonien in der Regel erst mal nicht auf. "Erst wenn diese Kolonien über Jahre immer größer geworden sind und sich sehr stark ausgebreitet haben, auch ein sehr starkes Populationswachstum haben, dann merkt man auf einmal: Hier ist aber was ganz anders, die sind wirklich lästig", sagt er.
"Wir werden sie sicherlich nicht mehr ganz aus Deutschland vertreiben können."
Das zeigt auch, wie schwer es ist, gegen die Große Drüsenameise anzugehen. Sie aus Deutschland zu vertreiben, sei unwahrscheinlich. Es geht also darum, ihre Ausbreitung einzudämmen. Um zu verstehen, wie sich die Ameisenart ausbreitet und wo es sie schon gibt, haben die Naturkundemuseen in Karlsruhe und Stuttgart ein gemeinsames Forschungsprojekt entwickelt.
Große Drüsenameise erkennen
Am Projekt können alle mitmachen, die möchten. Wer auf einen Fund der Großen Drüsenameise stößt, kann das zum Beispiel dort melden. Für Laien kann es allerdings schwer sein, die Ameise von heimischen Arten zu unterscheiden. Es gibt aber Kriterien, die helfen können:
- Verhalten: Die Große Drüsenameise bildet häufig große Ameisenstraßen, bei der sehr viele von ihnen sehr schnell laufen.
- Aussehen: Sie sind zwischen zwei und vier Millimeter groß und vollständig schwarz. Um sie besser zu beobachten, hilft es, einen Tropfen Zuckerwasser auf ein Blatt Papier zu geben. Das lockt die Ameisen an. Auf einem Foto sollte man dann die unterschiedlichen Größen erkennen und messen können.
- Geruch: Wenn man die Große Drüsenameise vorsichtig wegstreicht oder sie reizt, geben sie einen charakteristischen Geruch ab, der an Lösungsmittel oder Glasreiniger erinnert.