Verliebt, verlobtWie romantisch ist Heiraten wirklich?

Heiraten war für Destiny ein Lebensziel. Für sie drückt eine Hochzeit die Verbundenheit zu ihrem Mann aus. Das Bekenntnis zueinander kommt auch mit rechtlichen Pflichten. Eine Anwältin erklärt, warum ein Ehevertrag etwas romantisches sein kann.

Als Destiny ihren heutigen Ehemann Lucas kennenlernte, wusste sie: Er ist es. Vor anderthalb Jahren haben die beiden geheiratet. Erst standesamtlich und später mit ihren engsten Menschen in Italien.

"Mir war es wichtig, mein Leben mit einem festen Partner zu teilen und das macht man in meinen Augen, indem man heiratet und sich ein Commitment gibt."
Destiny, hat vor 1,5 Jahren ihren Ehemann geheiratet

Einmal zu heiraten war ein großer Wunsch von Destiny. Für sie geht es darum, die Verbundenheit als Paar mit dem Ja-Wort zu zelebrieren. Es ist ein Geständnis zueinander, sagt Destiny.

Was wollen wir als Ehepaar?

Teil davon war für die beiden darüber zu sprechen, wie sie sich ihre gemeinsame Zukunft vorstellen, welche Ziele sie für sich als Paar und jeweils einzeln haben. Dafür haben sie vor ihrer Ehe eine Art Paarberatung gemacht.

In dem Gespräch haben sie sich unter anderem darüber ausgetauscht, wie sie miteinander kommunizieren möchten, etwa bei Konflikten, oder – wenn sie Kinder haben sollten – wie sie die Zeit der Care-Arbeit finanziell gestalten. Hier haben sie zum Beispiel schon festgelegt: Wenn sich Destiny um die Kindererziehung kümmert und zu Hause bleibt, wird ihr Mann als Ausgleich in ihre private Rentenversicherung einzahlen.

Das bedeutet die Ehe rechtlich

Für Destiny ist die Ehe also ein Ausdruck der Verbundenheit. Gleichzeitig machen sie und ihr Mann sich über ganz praktische Themen Gedanken wie die Kinderbetreuung und Altersvorsorge.

Die Ehe in Deutschland ist auch mehr als ein romantisches Ja-Wort, sie ist vor allem ein rechtlicher Schritt. Das bedeutet: Mit dem Bekenntnis zueinander bekommen beide gewisse Rechte und Pflichten. "Es ist etwas, was für die Zukunft signalisiert: Ich möchte für dich da sein, auch wirtschaftlich. Ich möchte die Verantwortung bewusst übernehmen", sagt Rechtsanwältin und Notarin Maraike Lehnhoff. Das sollte man sich bewusst machen.

"Grundsätzlich ist Heiraten erst mal ein juristischer Akt."
Maraike Lehnhoff, Rechtsanwältin und Notarin, Fachanwältin für Erbrecht

Im Falle einer Scheidung können durch die Ehe zum Beispiel Ansprüche auf Unterhalt oder Rentenzahlungen unter den Eheleuten geltend gemacht werden. Mit Hinblick auf solche rechtlichen Angelegenheiten kann es sich lohnen, über einen Ehevertrag nachzudenken.

Maraike Lehnhoff geht davon aus, dass sich die wenigsten darüber vor der Hochzeit Gedanken machen. Dabei könne ein Ehevertrag auch etwas romantisches sein. Denn es gehe auch darum, zu klären, wie ein Paar füreinander sorgen möchte, um zum Beispiel so vorzusorgen, dass keiner der beiden Partner*innen einmal von Altersarmut betroffen ist oder anderweitig in eine finanzielle Schieflage gerät. "Was bedeutet es, wenn die Ehefrau aufgrund der Kinderbetreuung zu Hause bleibt? Was bedeutet das auch für die Zukunft und wie kann man das ausgleichen?", so die Notarin und Rechtsanwältin.

"Es macht dann Sinn, wenn man tatsächlich beschließt, die Zukunft miteinander verbringen zu wollen und dafür gerne einen rechtlichen Rahmen hat."
Maraike Lehnhoff, Rechtsanwältin und Notarin, Fachanwältin für Erbrecht, über das Heiraten

Es geht also um ein ähnliches Gespräch, das Destiny und ihr Mann hatten, mit dem Unterschied, dass ein Ehevertrag eine solche Regelung auch schriftlich festhalten würde. Was genau so ein Vertrag dann regelt, kann ein Paar individuell für sich klären, sagt Maraike Lehnhoff.

Später heiraten, länger zusammen bleiben

Hoffnungsvoll stimmen lässt ein Blick auf die Statistik: In den letzten Jahren ist die Scheidungsquote zurückgegangen und Ehen halten wieder etwas länger, als das zum Beispiel in den 90er-Jahren noch der Fall war, sagt Ökonom Wido Geis-Thöne vom Institut der deutschen Wirtschaft.

Heute geht die Tendenz eher dahin, dass Paare heiraten, wenn sie schon länger zusammen sind als noch vor rund 30 Jahren. Diese Statistik gilt allerdings nur für heterosexuelle Ehen. Bei gleichgeschlechtliche Paaren ist die Datenlage im Aufbau. Sie dürfen erst seit 2018 heiraten.

In der Podcast-Folge geht Destiny weiter darauf ein, was sie in der Paarberatung mit ihrem Mann besprochen hat und wie ihre Hochzeit abgelaufen ist. Rechtsanwältin und Notarin Maraike Lehnhoff erklärt außerdem, was in einer Ehe im Todesfall und beim Erben wichtig werden könnte. Klick dafür oben auf den Play-Button.