KI und JobsKünftig konkurrenzfähig durch KI-Wissen

Bei der Jobsuche ist nicht die Künstliche Intelligenz unser Konkurrent, sagt ein Wirtschaftsexperte. Aber wer KI einsetzen kann, um schneller und effektiver zu arbeiten, wird künftig im Vorteil sein. Auf Handwerksberufe wird KI kaum Einfluss nehmen.

Es mag einschüchternd sein, dass Künstliche Intelligenz massiv Einfluss auf unsere Berufswelt nimmt, sagt Alexander Burstedde, Experte für Qualifizierung und Fachkräftesicherung beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

KI-Tools könnten uns inzwischen viele Dinge abnehmen, die wir bisher selbst am Computer erledigt haben. Allerdings machen sie auch noch viele Fehler und müssen daher weiterhin von Menschen kontrolliert werden, sagt der Experte.

"KI kann ganz schön viel von dem, was man am Computer macht. Sie macht aber auch viele Fehler, deshalb braucht es immer Menschen, die kontrollieren, was dabei rauskommt."
Alexander Burstedde, Experte für Qualifizierung und Fachkräftesicherung beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln

Menschen, die jedoch wissen, wie man KI-Tools einsetzt und dadurch schneller ihre Aufgaben abarbeiten können, werden künftig im Vorteil sein, sagt Alexander Burstedde. Zum Beispiel werden Software-Programmierer in Zukunft in einer Art Leitungsfunktion Teams von KI-Assistenten koordinieren, erklärt der Experte für Fachkräftesicherung.

"Eine große Mehrheit der GenZ will arbeiten und Geld verdienen, aber sie wissen nicht, in welchem Job und wo sie überhaupt eine sichere Zukunft finden können."
Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Cornelia Braun fasst die Ergebnisse der Jugenstudie 2026 zusammen

Besonders Berufe, bei denen tagtäglich ähnliche Tätigkeiten am Computer ausgeführt werden, die zudem nicht besonders innovativ sind, werden zunehmend von KI-Tools übernommen werden. Natürlich sei es aber so, dass weiterhin Menschen gebraucht werden, die Jobs am Computer machen, sagt Alexander Burstedde.

"Es wird schwieriger, einen Job am Computer zu bekommen. Und für den muss man dann wissen, wie man mit diesen KI-Tools umgeht, damit man konkurrenzfähig ist."
Alexander Burstedde, Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Für den Berufeinstieg hat er eine Empfehlung: Es gibt Studiengänge und Ausbildungen, die gefragter seien als andere, sagt der Experte für Qualifizierung. Er rät, sich genau darüber zu informieren, um sich dann dementsprechend in einer dieser Richtungen zu qualifizieren.

"Berufliche Chancen bewerten die 14- bis 29-Jährigen deutlich schlechter als früher. "
Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Wiebke Lehnhoff über die Ergebnisse der Jugendstudie 2026

Aber Alexander Burstedde kennt auch Bereiche, wo Künstliche Intelligenz kaum eine Rolle spielen wird: "Es gibt ganz viele Ausbildungsberufe, wo man das meiste in der physischen Welt tut oder in direkter Interaktion mit Menschen. Diese Aufgaben wird eine Künstliche Intelligenz in den nächsten Jahren nicht übernehmen."

Flexibel bleiben und sich weiterentwickeln

Am Anfang eines Berufslebens sollte man "lernen zu lernen", sagt der Experte für Fachkräftesicherung. Vor allem, wenn man ein Studium oder eine Ausbildung absolviert hat, hätte man in dieser Hinsicht schon einen wichtigen Schritt getan, sagt er. Danach hält er es für wichtig, am Ball zu bleiben. Denn möglicherweise gibt es in zehn Jahren neue Technologien, von denen wir jetzt noch gar nichts wissen.

"Es gibt Studiengänge und auch Ausbildungen, die werden nicht so sehr nachgefragt. Man muss genau hingucken und sich da hinqualifizieren."
Alexander Burstedde, Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln