Klimawandel 2025Extremwetter im Jahresrückblick

Brände, Trockenheit, Stürme und Hitze: Forschende aus London versuchen, die extremen Folgen des Klimawandels auch statistisch sichtbar zu machen. Jetzt liegt der Bericht für das Jahr 2025 vor. Er ist verheerend.

Forschenden der World Weather Attribution haben in ihrem Jahresbericht für 2025 Extremwetterereignisse analysiert. Dafür berücksichtigt werden knapp 150 Ereignisse weltweit und davon rund 20 genauer betrachtet. Darunter sind beispielsweise Überschwemmungen, Hitzewellen, Stürme, Flächenbrände, Dürren, Starkregenereignisse und Kälteeinbrüche.

Die World Weather Attribution ist eine wissenschaftlichen Initiative um die Klimaforscherin Friederike Otto vom Imperial College London. Das Team zeigt unter anderem, wo der Klimawandel in diesem Jahr besonders sichtbar geworden ist.

Schwellenwerte für Extremwetterfolgen

Ausschlaggebend für die Auswahl im Bericht sind bestimmte Schwellenwerte. Ereignisse mit mehr als 100 Todesfällen oder ab einer Zahl von einer Million Betroffenen finden Berücksichtigung, erklärt Raphael Krämer aus der Deutschlandfunk-Nova-Wissensredaktion.

Aufgeführt werden auch solche Wetterereignisse, wegen denen der Katastrophenalarm oder der Notstand in einer Region oder einem Land ausgerufen wurde.

Zu diesen knapp 150 Extremwetterereignissen zählen zum Beispiel die Brände in Los Angeles zum Jahresbeginn, die Flächenbrände in Spanien und Portugal im August 2025 – letztere sind durch den Klimawandel laut Bericht 40-mal wahrscheinlicher geworden.

Im Zusammenhang mit den Bränden in Los Angeles im Januar starben etwa 400 Menschen. Die Feuer haben einen Schaden von mindestens 30 Milliarden US-Dollar verursacht – und das ist nur der Betrag, den die Versicherungen gezahlt haben, sagt Raphael Krämer. Die Brandkatastrophe in Kalifornien hat den höchsten Waldbrandschaden verursacht, der jemals in den USA verbucht wurde.

Hitze im Sudan

Aber auch Katastrophen etwas unterhalb des Radars finden sich in dem Jahresbericht: Zum Beispiel eine Hitzewelle im Februar 2025 im Südsudan mit Temperaturen bis zu 40 Grad. "Ohne Klimawandel wäre es der Analyse zufolge höchstens 36 Grad heiß geworden", sagt Raphael Krämer.

Um zu diesen Einschätzungen zu kommen, haben die Forschenden unter anderem aktuelle Messdaten mit Klimamodellen verglichen, in denen der Ort der Katastrophe zum Beispiel ohne die höheren Temperaturen durch den Klimawandel simuliert wird. Daraus berechneten die Forschenden dann, ob dieses Extremwetterereignis durch den Klimawandel wahrscheinlicher geworden oder stärker ausgefallen ist.

"Für Kalifornien war das Ergebnis, dass der Klimawandel die Wahrscheinlichkeit für diese Brände um 35 Prozent erhöht hat."
Raphael Krämer, Deutschlandfunk-Nova-Wissensredaktion

Auch wenn die Brände wahrscheinlich in konkreten Fällen von einzelnen Menschen ausgelöst worden sind, haben die Extremwetterereignisse in Los Angeles, also extreme Dürre und starker Wind in der Region, die Ausbreitung des Feuers begünstigt.

Deutschland kommt in dem aktuellen Bericht konkret nicht vor. Im Bericht der World Weather Attribution geht es in Europa neben den Waldbränden vor allem um eine hohe Zahl an Hitzetoten in den Städten – über 24.000 sind es 2025 schätzungsweise gewesen.

"Es ist auch eine Aussage des Berichts, dass vor allem Menschen in ärmeren Ländern, oft im Süden der Welt, betroffen sind, überdurchschnittlich oft Frauen."
Raphael Krämer, Deutschlandfunk-Nova-Wissensredaktion

Frauen leiden weltweit überdurchschnittlich oft unter Extremwettereignisse und sind damit indirekt auch vom Klimawandel überdurchschnittlich betroffen, weil sie oft in der Hitze auf dem Feld stehen, Wasser holen oder kochen, erklärt Raphael Krämer.

Allerdings werden dem Bericht zufolge auch die Folgen in Mitteleuropa heftiger. 2025 zählte zu den heißesten Jahren in der Wetterstatistik, wenn es auch nicht das heißeste war.