StorytimeWarum telefoniert Andy täglich mit seinen Eltern?
Nach dem Aufstehen und vor dem Schlafengehen klingelt Andys Handy: Sein Vater ist dran. Sie sprechen jeden Tag mehrmals miteinander. Das ist Andy wichtig: So kann er trotz räumlicher Distanz mit seinen Eltern den Alltag teilen.
Es gibt zwei Menschen, die Andy besonders durch den Tag begleiten: seine Eltern. Mit ihnen telefoniert er täglich. Mit seinem Papa hat Andy eine Art Routine entwickelt: Sie quatschen morgens, mittags, abends. Wie geht es dir, was hast du heute schon geschafft, wie war dein Tag – das sind grob die Fragen, die ihre Gespräche formen.
"Mein Vater ist schon etwas älter, deswegen ist mir wichtig, dass ich noch so viel von ihm habe, wie es geht."
Die regelmäßigen Calls mit seinem Vater und seiner Mutter haben angefangen, als Andy für sein Studium in eine andere Stadt gezogen ist. Mit der Zeit haben sie sich zu der Routine entwickelt, die sie heute ist.
Durch die räumliche Distanz ist eine andere Wertschätzung entstanden. "Ich bin ausgezogen und wie jeder andere, der dann auszieht, genießt man seine Freiheit und will erst mal seine Ruhe haben. Aber als es für mich normal wurde, alleine und weiter weg zu wohnen und ich angefangen habe, meine Eltern zu vermissen, haben die Telefonate geholfen", erzählt er.
Gespräche schaffen mehr Nähe
Ihm bedeutet der enge Kontakt viel. "Bei meinem Vater habe ich immer was zu lachen", sagt Andy. Mit ihm kann er seine Probleme teilen, auf andere Gedanken kommen und ihn um Rat fragen – und manchmal bekommt Andy einen Ratschlag, auch wenn er den gar nicht haben will. Seine Eltern teilen auch mit ihm, was sie gerade beschäftigt.
"Ich glaube, je älter ich werde, umso mehr weiß ich sie zu schätzen."
Die beiden sind wichtige Bezugspersonen, weshalb er sie so gut es geht an seinem Leben teilhaben lassen möchte. Das bedeutet, dass manchmal auch der Lautsprecher angemacht wird, wenn Andy gerade mit Freund*innen unterwegs ist und seine Eltern anrufen.
Er wünscht sich, dass das auch in Zukunft so bleibt – so lange es eben möglich ist. "Ich habe die nur einmal. Die sind nicht austauschbar und ich habe ihnen auch viel zu verdanken. Ich glaube, je älter ich werde, umso mehr weiß ich sie auch zu schätzen. Aber man muss es nicht übertreiben. Also wir müssen jetzt keine WG aufmachen oder so was", scherzt er.
In der Podcast-Folge erzählt Andy noch mehr über die Beziehung zu seinen Eltern. Außerdem erklärt Soziologin Magdalena Nowicka vom Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung, warum der enge Kontakt zur Familie besonders für Menschen mit Migrationsgeschichte ein Thema ist. Klickt dafür oben auf den Play-Button.
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