KursverfallDer schwächelnde Dollar und seine Folgen
Die US-Währung hat 2025 um 15 Prozent an Wert verloren. Das ist eine Menge. Davon profitieren wir, weil der Euro mehr Kaufkraft hat. Aber für Unternehmen, die in die USA exportieren, kann das ein Nachteil sein.
Seit der Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump hat der US-Dollar an Wert eingebüßt. Ein Euro kostet aktuell einen Dollar und 18 Cent, sagt Wirtschaftsjournalist Nicolas Lieven.
"Währung hat immer ganz viel mit Vertrauen zu tun."
Innen- wie außenpolitisch hat US-Präsident Trump deutlich an Vertrauen eingebüßt. Als Beispiel erwähnt Nicolas Lieven das Vorgehen der ICE-Behörde, die Grönland- oder die Zollpolitik, die die Märkte verunsichert hat. Außerdem haben die USA einen riesigen Schuldenberg mit ungefähr 40 Billionen US-Dollar angehäuft, ergänzt der Wirtschaftsjournalist.
"Die USA zahlen inzwischen mehr für die Zinsen als für die Verteidigung."
Deshalb haben viele Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit der USA herabgesetzt. Das scheint Donald Trump aber nicht zu stören, er findet den niedrigen Kurs gut, sagt Nicolas Lieven. Ein niedriger Dollar ist gut für die Exportwirtschaft; außerdem wird die Schuldenlast gemindert.
Reisen in die USA ist jetzt günstiger
Für Menschen, die in die USA reisen möchten und reingelassen werden, ist der schwache Dollar von Vorteil. Außerdem wirkt sich der niedrige Dollar auf alles aus, das in der US-Währung gehandelt wird wie Sprit, Jeans aus Asien oder südamerikanische Früchte.
Gleichzeitig bedeutet das für die europäische Exportwirtschaft, dass ihre Waren im Ausland teurer sind. Deshalb hat unter anderem unsere Bundesregierung die Wirtschaftsprognose gesenkt, erklärt Nicolas Lieven. Langfristig könnte das auch Jobs kosten.
"Wir haben ja noch drei Jahre Donald Trump vor uns, und von daher habe ich ehrlich gesagt, nicht die Hoffnung, dass sich das großartig umdreht."
Für diejenigen, die ihr Geld in Fonds anlegen, kann sich der niedrige Dollar auch negativ auswirken. "MSCI World ist sehr US-lastig oder Dollar-lastig und hatte im vergangenen Jahr keine gute Performance", sagt Nicolas Lieven.