Emotionaler SupportKuscheltiere tun auch Erwachsenen gut

Klassischer Teddy oder plüschiger Oktopus: Als Kinder hängen wir unser Herz an Kuscheltiere. Manche von uns kuscheln auch noch im Erwachsenenalter mit ihnen. Warum das guttut und wie wir Bärchen, Hasi und Co. richtig pflegen.

Manche von uns haben mit ihrer Kindheit auch die Kuscheltiere hinter sich gelassen, andere kuscheln ihr Leben lang mit ihnen weiter. Laut einer Studie der Betriebskrankenkassen schläft rund ein Viertel der Menschen in Deutschland mit einem Kuscheltier. In einer US-Umfrage sagten das sogar rund 40 Prozent.

"Kuscheltiere können viel für uns tun – emotionalen Support geben zum Beispiel."
Felix Feldmann, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Vermutlich gibt es da auch noch eine hohe Dunkelziffer, weil es dem einen oder anderen auch peinlich sein könnte. Muss es aber nicht! Kuscheltiere im Erwachsenenalter sind eine richtig gute Idee – gut für Körper und Geist.

Stoffhase, Teddybär und Co. haben auch für Erwachsene viele positive Wirkungen, erklärt die Psychologische Psychotherapeutin Anna van Keßel: Sie können uns etwa beim Einschlafen helfen und uns beruhigen, wenn wir Angst empfinden oder Stress haben. Und auch, wenn wir jemanden drücken wollen, aber keiner ist da, können Stofftiere Ersatz bieten.

Kuscheltiere haben auch für Erwachsene viele positive Effekte

Warum funktioniert das auch im Erwachsenenalter? Mit Kuscheltieren verbinden wir bestimmte Erinnerungen oder Personen, sagt die Psychologische Psychotherapeutin Anna van Keßel. Sie sprechen offenbar etwas Kindliches in uns an und sind uns vertraut, wenn sie uns das ganze Leben lang begleitet haben.

Genau diese Gefühle von Vertrautheit und Geborgenheit können Grund dafür sein, dass Stofftiere für einen besseren Schlaf sorgen, erklärt die Psychotherapeutin. Verschiedene Studien zeigten auch, dass Kuscheltiere Stress und Anspannung lösen können.

"So ein Kuscheltier ist dann total selbstwirksam. Es wirkt vielleicht auch als Reminder: 'Hey, wir haben das geschafft!'. Wir können uns selbst damit beruhigen und versorgen."
Anna van Keßel, psychologische Psychotherapeutin

In der Psychologie werden die Plüschis übrigens auch "Übergangsobjekte" genannt, denn mit ihnen lernen Kinder, eigenständig mit Trauer oder Angst klarzukommen. Vielleicht ist das auch der Grund dafür, dass viele, die ihr altes Kuscheltier gar nicht aktiv nutzen, es lieber irgendwo aufbewahren, anstatt es wegzuwerfen.

Kuscheltier als Erinnerungsobjekt

Das funktioniert natürlich nur, wenn wir positive Gedanken und Vorstellungen mit ihnen verbinden. Dabei können uns Kuscheltiere auch an schwere Zeiten oder schlechte Erfahrungen erinnern – und trotzdem einen positiven Einfluss haben.

"Ich musste meine Mama vor ein paar Monaten auf ihrem letzten Weg begleiten. Dieses Kuscheltier habe ich von ihr. Es ist ein Riesenelefant und der ist super. Den kann ich richtig gut umarmen."
Anna van Keßel, Psychologische Psychotherapeutin

Anna van Keßel hat selbst vor Kurzem eines dazubekommen, erzählt sie: einen riesigen Plüschelefant von ihrer inzwischen verstorbenen Mutter. Den umarmt und drückt sie sehr gerne, verrät sie. Stofftiere können also sogar Trauerbegleiter sein.

Kuscheltiere richtig pflegen

Damit wir auch lange etwas von unserem Kuscheltier haben, gibt es einiges zu beachten in der Pflege. Elisabeth Wimmer betreibt seit 25 Jahren eine Plüschtierklinik, in der sie Kuscheltiere repariert. Sie rät:

  • im Handwaschbecken waschen
  • lauwarmes Wasser verwenden
  • günstiges Feinwaschmittel benutzen
  • Kuscheltier richtig untertauchen
  • zwei- bis dreimal gründlich ausspülen
  • auf einem Handtuch sanft abtrocknen
  • auf keinen Fall schleudern
  • nicht unnötig reiben

Vorsicht mit Vintage-Plüschtieren!

Wichtig: Alte Stofftiere aus Echthaar dürfen höchstens abgeputzt werden, sagt die Expertin. Und betagte Tierchen aus Kunstfaser etwa, die laut Hersteller waschmaschinenfest sind, könnten auch empfindlich sein. Über die Jahre greifen nämlich Speichel oder Säure im Schweiß den Stoff an – und dann könnte ein Schleudergang den geliebten Kuscheltieren den Rest geben.

"Mal ehrlich: Jemandem, der nachts auf einen aufpasst, erspart man doch gern den Schleudergang!"
Felix Feldmann, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Vor dem Reinigen also unbedingt prüfen: Sind Stoff oder Fäden dünner geworden? Scheint die Füllung durch? Im Zweifel belasst es lieber bei Handwäsche oder gönnt Teddy auch mal eine Reparatur.