Mission zu den MarsmondenIdefix auf Phobos: Ein Rover soll den Marsmond erkunden

Menschen auf dem Mars bleiben Zukunftsmusik – erstmal sind Roboter dran. Die Mission MMX soll Phobos und Deimos erkunden und erstmals Gestein von einem Marsmond zur Erde bringen. Warum diese kleinen Brocken für Forschende so spannend sind.

Phobos und Deimos sehen nicht aus wie klassische Monde. Sie sind klein, unscheinbar und erinnern mit ihrer Kartoffelform eher an Asteroiden. Genau das macht sie spannend: Ihre Herkunft ist bis heute ungeklärt – und könnte viel darüber erzählen, wie das Mars-System entstanden ist. Die japanische Mission MMX soll die beiden Marsmonde deshalb nun genauer untersuchen.

"Die brennendste Frage ist: Wo hat der Mars diese beiden kleinen Monde eigentlich her?"
Michael Büker, Astrophysiker und Wissenschaftsjournalist

Bis heute sei unklar, ob Phobos und Deimos ursprünglich Asteroiden waren, die der Mars eingefangen hat – oder ob sie bei einer gewaltigen Kollision entstanden sind. Genau das wollen Forschende nun herausfinden. Dafür soll erstmals Material direkt von einem Marsmond zur Erde gebracht werden.

Eine knifflige Mission

Einfach wird das nicht. Schon mehrere Missionen zu Phobos sind gescheitert. Büker erklärt, dass gerade die extrem schwache Schwerkraft auf den kleinen Monden die Landung kompliziert mache. Raumsonden könnten dort nicht einfach stabil kreisen oder landen wie auf größeren Himmelskörpern.

"So einen kleinen Mond zu umkreisen und darauf zu landen, ist ziemlich kompliziert durch die extrem schwache Schwerkraft."
Michael Büker, Astrophysiker und Wissenschaftsjournalist

Die große Raumsonde stammt aus Japan. Deutschland und Frankreich liefern gemeinsam den Rover Idefix, der auf Phobos landen und dort über die Oberfläche fahren soll. Der Name ist eine Anspielung auf den Hund aus den Asterix-Comics.

Neben dem Rover soll die Hauptsonde auch selbst kurz auf Phobos aufsetzen, Gestein einsammeln und die Probe später in einer Rückkehrkapsel zur Erde schicken. Das wäre eine Premiere für die Planetenforschung.

Ein „Fest für die Planetenforschung“

Für Forschende wäre die Mission ein riesiger Gewinn. Büker sagt, dass erstmals überhaupt Material aus der Umgebung des Mars in Laboren auf der Erde untersucht werden könnte. Daraus könnten sich neue Erkenntnisse über die Entstehung des Mars und seines Umfelds ergeben.

"Das wäre dann die erste Probe, die jemals aus der Umgebung des Mars in ein Labor zur Erde gelangt, ein Fest für die Planetenforschung."
Michael Büker, Astrophysiker und Wissenschaftsjournalist

Die Chancen auf Erfolg bewertet Büker optimistisch. Vor allem die japanische Raumfahrtagentur habe in den vergangenen Jahren viel Erfahrung mit kleinen Himmelskörpern gesammelt und bereits erfolgreich Proben von Asteroiden zur Erde gebracht.

Wenn alles nach Plan läuft, startet MMX Ende 2026 Richtung Mars. Die Landung auf Phobos könnte dann Ende 2027 folgen – und die ersten Gesteinsproben eines Marsmondes vielleicht schon 2031 auf der Erde ankommen.