Rekord-BörsengangElon Musk, SpaceX und die Raumfahrt-Milliarden

Das Unternehmen SpaceX schickt sich an, den größten Börsengang der Geschichte zu stemmen. Aber sind die Hoffnungen rund um das Unternehmen gerechtfertigt?

Die Raumfahrt war lange Zeit eine staatliche Aufgabe. Und das lag vor allem daran, dass Privatfirmen einfach kein Geschäftsmodell im Weltraum gesehen haben. Grund hierfür waren die hohen Kosten für den Erde-Orbit-Transport, also für Fahrten von der Erde in die Erdumlaufbahn. Das hat sich in den letzten 25 Jahren verändert, vor allem durch die Aktivitäten von SpaceX.

Der Preis dafür, ein Kilogramm von der Erde in den Weltraum zu schießen, der lag lange zwischen 10.000 und 50.000 US-Dollar pro Kilogramm. Der Transport eines Satelliten, der zum Beispiel 600 Kilogramm wiegt, kostete schnell mal zwölf Millionen US-Dollar. Eine Summe, die durch die kommerzielle Nutzung des Satelliten nur schwer wieder reingeholt werden konnte.

Die Geschichte von SpaceX

SpaceX wird 2002 gegründet – damit ist das Unternehmen älter als zum Beispiel Tesla. Elon Musk ist damals einer der Hauptinvestoren von Paypal und nutzt die 100 Millionen US-Dollar, die er durch den Verkauf seiner Paypal-Anteile erhält, um SpaceX zu gründen und mit Kapital auszustatten.

Von Anfang an ist das Ziel des Unternehmens, die Logistikkosten für die Raumfahrt massiv zu senken. Gelungen ist das zum Beispiel durch die Wiederverwendung sogenannter Booster, die für Raketenstarts genutzt werden. Es ist vor allem diese Wiederverwendbarkeit, die das Unternehmen sehr schnell profitabel macht.

SpaceX wird so auch zum attraktiven Dienstleister für staatliche Raumfahrtprogramme auf der ganzen Welt. Und nutzt die eigenen Raketen, um eine massive Zahl von Satelliten ins All zu schießen und so mit seinem Satelliten-Service Starlink ein weiteres Geschäftsfeld aufzubauen.

Ist SpaceX wirklich sein Geld wert?

Ob das Unternehmen aber wirklich die extremen Bewertungen wert ist, die im Zuge des Börsengangs zirkulieren, ist weiter unklar. Zwar ist der Starlink-Service von SpaceX sehr profitabel (mehr als eine Milliarde US-Dollar Gewinn im ersten Quartal 2026), jedoch rechtfertigen die knapp zehn Millionen Starlink-Abonnenten wohl kaum die Rekord-Unternehmensbewertung.

Zumal die jüngst in SpaceX integrierte Musk-Firma xAI ein deutliches Minus in die Unternehmensbilanz reißt (2,4 Milliarden US-Dollar Verlust im ersten Quartal 2026).

Elon Musk bemüht sich derweil, Investoren mit der Fantasie einer Besiedlung des Mars und mit Rechenzentren im Weltraum bei Laune zu halten. Das kommt bei manchen an: Viele Investoren bemühen sich schon vor dem eigentlichen Börsengang, Anteile an Space-ETFs zu erwerben und so vom Börsengang zu profitieren. Andere Investoren, wie ein dänischer Pensionsfonds, sehen das Unternehmen schon jetzt massiv überbewertet und warnen vor einem Kauf von Anteilen.

Wie SpaceX zum dominanten Akteur im Weltraum wurde und was sich andere Unternehmen vom Weltraum versprechen, erfahrt ihr in dieser Folge "What the Wirtschaft".