TierhaltungWas bringt ein verpflichtender Hundeführerschein?
Wer einen Hund hält, sollte ihn auch im Griff haben. Das ist leider nicht immer so – zum Nachteil von Mensch und Tier. Nun verpflichtet auch Bremen deshalb zu einem Hundeführerschein. Wie läuft das ab und was bringt er?
Keine Angst, der will nur spielen: Wer seinen Hund nicht unter Kontrolle hat, sollte keinen halten. Soweit die Theorie.
In der Praxis müssen nun auch im Bundesland Bremen Personen, die sich einen Hund anschaffen, einen Hundeführerschein nachweisen – die Regel gilt seit dem 01.07.2026.
Nachholpflicht für gefährliche Tiere
Werden Hunde gehalten, die gesetzlich als gefährlich gelten, muss die Prüfung bis zum 30.06.2028 nachgeholt werden. Bei Nichtbeachtung drohen empfindlich hohe Geldstrafen.
"Deutschlandweit gibt es in Bremen und Bremerhaven in Bezug auf die Anwohnerzahl die meisten Hunde", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Matze Hoppe. Etwa jeder siebte Mensch im Land Bremen hat einen Hund.
"Der Hundeführerschein soll einfach ein wenig Sicherheit für alle Beteiligten reinbringen."
Zum Bestehen des Führerscheins müssen ein theoretischer und ein praktischer Teil absolviert werden. Eine Theoriefrage ist beispielsweise: Warum reagieren viele Hunde an der Leine aggressiver? Wie beim PKW-Führerschein ist die Prüfung ein Multiple-Choice-Test, erklärt Matze Hoppe.
Prüfung in Theorie und Praxis
In der praktischen Prüfung wird geguckt, wie sich der Hund verhält, wenn jemand an ihm vorbeijoggt. Oder es werden Kommandos geübt, sagt der Deutschlandfunk-Nova-Reporter – zum Beispiel: "Versteht dein Hund die gängigen Kommandos wie Sitz, Platz, Aus, bei Fuß?" Rund 200 Euro sind für beide Prüfungsteile fällig.
"In Bremen und Bremerhaven kosten Theorie und Praxis jeweils ungefähr 100 Euro."
Kritik an dem Hundeführerschein in der Hansestadt gibt es auch schon. "Noch ist mir die praktische Prüfung zu sehr auf den Hund fokussiert und nicht auf das Management des Halters", findet Hundetrainerin Ann-Kathrin Henke. Grundsätzlich unterstützt sie aber den Ansatz der Stadt, die Hundehaltung einmalig zu prüfen.
Zufriedenheit in Niedersachsen
In Niedersachsen gibt es schon seit dem 01.07.2013 einen Hundeführerschein. Das niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz teilt mit, die Hundehaltung habe sich dadurch verbessert, Gefahren würden besser erkannt und die Resonanz sei insgesamt sehr positiv.
Allerdings: "Ob die Zahl der Beißvorgänge durch den Hundeführerschein zurückgegangen ist, dazu liegen keine Erkenntnisse vor", berichtet Matze Hoppe.