Vertrauen unter FreundenWenn geliehenes Geld nicht zurückkommt
Die Gen Z leiht sich gerne Geld bei Freunden – verrafft es aber oft, die Kohle dann auch zeitnah zurückzugeben. Unangenehm. Besonders doof ist es, nach dem Geld zu fragen. Warum ist uns das eigentlich so peinlich und was ist die magische Grenze?
Dass wir uns mal Geld von einem Freund leihen, kommt ja schnell mal vor: Man war zusammen essen oder an der Bar und eine*r hat für alle gezahlt. Das „kein Problem, schick ich dir gleich“ gerät dann aber nicht selten schnell wieder in Vergessenheit. Laut einer US-Studie existiert hier eine deutliche Gedächtnis-Asymmetrie: Schuldner*innen vergessen Schulden deutlich eher als die, die das Geld verliehen haben.
Schulden zeitnah begleichen
Jetzt wird es interessant, denn drei Viertel (76 Prozent) der Gen Z haben einer Umfrage zufolge noch Rechnungen bei Freunden offen! Und dann? Wie und ab wann haken wir nach, ohne dass es komisch wird? Ist das schon bei 2, 3 Euro okay oder geht das gar nicht?
Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anne-Katrin Eutin hat sich umgehört, welchen Betrag die Leute ihren Freund*innen – mit der Überzeugung, das auch wieder zurückzubekommen – vorstrecken würden. Ergebnis: Zwischen 2,50 und 50 Euro war alles dabei.
"Wenn ich jetzt jemandem 50 Euro gebe, dann würde ich wahrscheinlich erwarten, dass ich die wieder bekomme."
Bei dem Thema kommt es vor allem auf zwei Aspekte an, haben die Leute unserer Reporterin erzählt:
- der eigene Geldbeutel: Wie viel Kohle kann ich ohne Sorgen vorstrecken?
- der Freundschaftsstatus: Wie viel will ich vorstrecken? Wie gut ist die Freundschaft und wie sehr vertraut man sich?
Die richtige Balance
Wie gut die Freunde auch sind: Die Herausforderung besteht darin, eine Ausgeglichenheit hinzubekommen. Und nicht zum Beispiel stillschweigend einfach anzunehmen, dass die oder der andere eine*n einlädt.
"Da muss man eine Balance finden zwischen awkward sein versus einfach alles for granted zu nehmen."
Bei engen Freund*innen lautet die Rechnung dagegen oft: Mal zahlst du, mal zahl ich, und am Ende wird es sich schon irgendwie ausgehen hoffentlich! Das klappt oft – aber eben nicht immer. Es kommt zum Beispiel auch darauf an, wie die jeweiligen Freund*innen es denn selbst so halten in Sachen Großzügigkeit.
"Es gibt ja auch so Menschen, die sind 'besonders sparsam', positiv ausgedrückt", sagt Verena aus Mannheim. "Und da habe ich dann schon das Gefühl: Wenn ich jetzt nicht nachfrage, finde ich es eben ein bisschen uncool. Und dann gibt es Leute, bei denen weiß ich ganz genau: Denen würden auch 30, 40 oder 50 Euro umgekehrt nicht auffallen. Dann würde ich es auch nicht zurückverlangen."
Knausern kommt nicht gut an
Verena war mal mit ihrem Ex-Freund im Ski-Urlaub und er wollte am Ende einen kleinen Betrag zurückhaben. Kam nicht gut an, die Beziehung gibt’s nicht mehr.
"Am Ende hat er mir dann so eine Excel-Tabelle geschickt. Und das war wirklich so was wie 8,63 Euro. Und dann dachte ich so: Okay, ich glaube, das wird nichts zwischen uns."
Oscar hat uns von einem Kommilitonen erzählt, mit dem er immer auf Festivals gefahren ist und der dafür das Auto seiner Eltern zur Verfügung gestellt bekam. "Sehr gewöhnungsbedürftig" fand Oscar, dass er dafür nicht nur Benzingeld, sondern auch ein "Abnutzungsgeld" kassiert hat, "so geile Pfennigbeträge irgendwie".
Nochmal, es ging um das Auto seiner Eltern. Seine Begründung: Reifenabrieb.
Good news: Die Freundschaft von Oscar besteht trotzdem noch.
Und wie haltet ihr das? Leiht ihr euren Friends Geld? Und wenn ja, wie viel? Schreibt uns gerne eine WhatsApp an die 030 - 8503 8503.