VermietenDer Wohnungskauf als Wertanlage

Wohnung kaufen, vermieten, Rendite kassieren – so einfach ist es längst nicht mehr. Hohe Preise, teure Kredite und viel Aufwand stellen das Modell infrage. Wann sich der Kauf noch lohnt, und welche Rendite realistisch ist.

Nach zwei Jahren Verschnaufpause ziehen die Immobilienpreise in Deutschland wieder an. Moderat, aber spürbar. "Für eine 70 Quadratmeter-Wohnung zahlt man zurzeit in München fast 580.000 Euro, in Berlin oder Köln um die 350.000 Euro", sagt unser Reporter Nico Rau.

Geldanlage: Vermieter werden

Das ist verdammt viel Geld. Macht es da Sinn eine Wohnung zu kaufen und sie zu vermieten?

Auf jeden Fall ist diese Art der Geldanlage mit viel Arbeit verbunden, so unser Reporter. Außerdem ist es gut sich vorab schlau zu machen.

Wichtig ist es, den Wohnungsmarkt gut zu kennen sowie den lokalen Mietmarkt. Die Wohnung darf nicht überteuert sein und die Miete muss den Kaufpreis langfristig reinbringen. Bei der Wohnungsbesichtigung sollte jemand vom Fach dabei sein, um den baulichen Zustand der Wohnung und des Hauses einzuschätzen.

"Preiswert heißt, wenn ich mir angucke, was ich dafür an Miete heute erzielen würde – dann sollte die Miete nach 20 Jahren den Kaufpreis getilgt haben."
Hermann-Josef Tenhagen, Geldratgeber Finanztip

Die Mieteinnahmen müssen über die Zeit den Kaufpreis (inklusive eventueller Kreditzinsen) tilgen. Hermann-Josef Tenhagen von Finanztip sieht dafür eine Zeitspanne von 20 Jahren. Das heißt, wer in eine Wohnung investieren will muss Zeit mitbringen.

Wichtig ist auch die Überlegung, ob die Wohnung über die Zeit an Wert gewinnen wird. Also, wie ist die Lage und wie könnte sich der Stadtteil oder der Ort insgesamt entwickeln.

Instandhaltung: finanzielles Polster bilden

Auch finanzielle Rücklagen sind wichtig, so Hermann-Josef Tenhagen. Eine Wohnung muss instandgehalten werden. Das kann schnell teuer werden, zum Beispiel, wenn die Heizung kaputt geht. Die laufenden Reparatur- und Modernisierungskosten würden häufig unterschätzt, so Tenhagen.

"Da geht immer irgendwas kaputt. Und wenn eine Wohnung eine Wohneigentümergemeinschaft ist, muss sie eine Rücklage haben."
Hermann-Josef Tenhagen, Geldratgeber Finanztip

Hinzu kommt, dass sich Vermieter*innen um vieles kümmern müssen, so unser Reporter Nico Rau. Sie müssen dafür sorgen, dass alles funktioniert. Sie müssen neue Mieter*innen finden. Vielleicht läuft auch nicht immer alles rund.

"Ich muss mit meinen Mietern umgehen können und da Bock drauf haben."
Nico Rau, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Das Fazit ist: Der Aufwand ist hoch für den Ertrag. Vielleicht gibt es bessere Alternativen. "Du bekommst zurzeit für Festgeld über 2,5 Prozent Zinsen, ohne dass ich Arbeit damit habe", sagt unser Reporter. Auch gibt es die Möglichkeit in Aktienfonds zu investieren. Die schwanken zwar, haben sich aber langfristig bewährt, so Nico Rau.