Wilhelm der Eroberer war wohl sehr zielstrebig und genau. Bekannt ist er vor allem durch die Schlacht von Hastings, dem ersten militärischen Erfolg der Normannen bei der Eroberung Englands. Auch das macht Wilhelm zu einem der bekanntesten Könige.
Als der englische König Eduard der Bekenner am 5. Januar 1066 kinderlos verstirbt, hat er vermutlich gleich zwei Männern die Nachfolge versprochen:
- Der eine soll der Herzog der Normandie, Wilhelm, gewesen sein. Er unterhält enge Beziehungen zum englischen Königshaus. Doch einen Beleg für das Versprechen seiner Nachfolge gibt es nicht.
- Der andere ist Harold Godwinson. Er wird auf Druck der einflussreichen englischen Earls noch auf dem Sterbebett Eduards zum Nachfolger ernannt und kurz darauf gekrönt.
Die Krönung von Harold Godwinson nimmt Wilhelm durchaus persönlich. Auf der anderen Seite des Ärmelkanals stellt er ein Heer zusammen, regelt die Regentschaft in seinem Herzogtum für seine Abwesenheit und segelt nach England.
Die Schlacht von Hastings: passende Winde und Taktik
Die Beziehungen zwischen dem Reich der Normannen und England erklärt Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Dr. Matthias von Hellfeld. Denn die sind eng. Auch deshalb sieht sich Wilhelm, bald schon als "der Eroberer" bekannt, durchaus als legitimier Nachfolger.
Wilhelm gewinnt noch im selben Jahr, 1066, die Schlacht bei Hastings im Oktober. Die Angelsachsen kämpfen nach der alten nordischen Weise mit einem Schildwall zu Fuß, sagt die Journalistin und Autorin Kristin Weber. Sie stehen oben auf einem Hügel.
"Die Kämpfe haben ungewöhnlich lange gedauert. Erst in der Dämmerung waren sie beendet, als es gelungen ist, König Harald zu töten."
Die Normannen haben eine Kavallerie. Doch sie stehen unten am Berg. Dennoch werden sie die Schlacht für sich entscheiden. Die aufreibenden Kämpfe sind auf dem heute berühmten Teppich Bayeux festgehalten. Die Stickerei aus dem 11. Jahrhundert zeigt die Ereignisse der Schlacht von Hastings.
Nach der Schlacht lässt sich Wilhelm noch an Weihnachten salben und krönen. Seine Herrschaft in seiner Heimat sowie in England sichert er durch Verhandlungen wie auch Gewalt. Als er 1067 in die Normandie reist, nimmt er englische Adlige, die im Gefährlich werden könnten, einfach mit, erklärt der Historiker Dominik Waßenhoven von der Universität zu Köln.
"In den Jahren nach der Eroberung hat ein Austausch der Eliten stattgefunden."
Wilhelm vergibt viel Land in England an Normannen, sodass bald eine kleine normannische Minderheit über das englische Königreich herrscht, so Dominik Waßenhoven.
Wilhelm und das Domesday Buch
Wie sich die Besitzverhältnisse ändern, zeigt das Domesday Buch. Wilhelm lässt es 1085 anfertigen. Es ist eine Art große Inventur, bei der der Besitz von Wald und Weideland, ebenso der Viehbestand oder Mühlen und Fischereien notiert werden. Die Datenerhebung im 11. Jahrhundert skizziert unsere Eine Stunde History-Autorin Sandra Doedter.
Normandie und England: eine dauerhafte Bindung
Das Jahr 1066 ist nicht allein für England wichtig, auch für die Normandie sowie für die europäische Geschichte insgesamt. Verbindungen zwischen England und der Normandie gibt es schon vor 1066, daran erinnert Jürgen Sarnowsky. Er ist emeritierter Professor für Mittelalterliche Geschichte und Autor des Buches "England im Mittelalter".
Die Bindungen Englands an Skandinavien werden zurückgedrängt, die Bindungen an den Kontinent werden enger und verdichten sich. Nicht ohne Konflikte.
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- Autorin Kristin Weber erklärt, warum Wilhelm der Eroberer die Schlacht bei Hastings gewonnen hat
- Der Historiker Dominik Waßenhoven spricht über das Jahr 1066, als Wilhelm die normannische Herrschaft auf der Insel begründete
- Sandra Doedter schildert, wie das Domesday Book entstand und was es beinhaltete
- Der Historiker Jürgen Sarnowsky erläutert, inwiefern England 1066 näher an das europäische Festland geführt
