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Die Palliativmedizin begleitet Menschen am Ende des Lebens. Was Patientinnen und Patienten dann brauchen, beschreibt der Arzt Ulf Sibelius in seinem Vortrag.

In Deutschland sterben nur sehr wenige Menschen einen plötzlichen Tod. Die meisten sind mehrere Jahre krank, bevor ihr Leben endet. In dieser Zeit stellen sich viele irgendwann die Frage, welche medizinische Behandlungen sie bis zum Schluss überhaupt wollen. Und auch: Wo und wie will ich sterben?

"Krankheiten gelten als verstanden und behandelbar. Die Ablehnung einer Therapie stößt häufig auf Unverständnis."
Ulf Sibelius, Mediziner

80 Prozent der Menschen in Deutschland würden gerne zu Hause sterben, sagt Ulf Sibelius, Oberarzt und Professor am Universitätsklinikum Gießen. Tatsächlich stirbt jedoch die Hälfte der Menschen im Krankenhaus.

Der Wunsch, zu Hause zu sterben

Das liegt daran, dass auch hoffnungslos Erkrankte häufig noch ins Krankenhaus eigewiesen werden, erklärt der Mediziner. In seinem Vortrag beschreibt er, wie die Palliativmedizin Menschen am Ende ihres Lebens begleiten und in vielen Fällen ein Sterben zu Hause ermöglichen kann.

"Sterbende mit all ihren Bedürfnissen finden kein Gehör und geraten aus dem Blickfeld."
Ulf Sibelius, Mediziner

Begleitung am Ende des Lebens

Palliativstationen und Hospize sind auf die Bedürfnisse von Sterbenden ausgerichtet. So gibt es zum Beispiel Schlafmöglichkeiten für die Angehörigen, sagt Ulf Sibelius. Familie und Freunde der Sterbenden sind jederzeit willkommen, erklärt der Mediziner.

"Es gibt keine festen Besuchszeiten. Man kann so lange bleiben wie nötig, auch nachts. Viele Angehörige wohnen regelrecht bei uns."
Ulf Sibelius, Mediziner

Ulf Sibelius ist Oberarzt und Professor am Universitätsklinikum Gießen. Er engagiert sich für die Entwicklung der Palliativmedizin. Sein Vortrag "Palliativmedizin - eine neue Disziplin?" hat er am 9. Dezember 2025 im Rahmen der Seniorenvorlesung des Fachbereichs Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen gehalten.

Shownotes
Medizin
Wie wollen wir sterben?
vom 04. September 2026
Moderation: 
Nina Bust-Bartels
Vortragender: 
Ulf Sibelius, Oberarzt am Universitätsklinikum Gießen
  • Der Wandel im Umgang mit Sterben und Tod
  • Palliativmedizinische Versorgungsstrukturen
  • Fallbeispiele aus der Palliativmedizin
  • Ist die Palliativmedizun eine Nischenmedizin?
  • Zusammenfassung