Manu hat Krebs und wird bald sterben. Ihr letzter großer Wunsch: einmal Sex mit einer Frau haben. Unheilbar krank und intim? Zusammen mit der Sexualassistentin Katharina bricht Manu das Tabu.
Manu ist Anfang 40 – viel Zeit bis zu ihrem Tod bleibt ihr nicht mehr. Eine Sache, die sie vorher noch erleben möchte: Wie es ist, Sex mit einer Frau zu haben? Dafür hat sie sich an die Sexualassistentin Katharina Kraus gewandt, Beide erzählen vor und nach der gemeinsamen Nacht von ihrer Begegnung.
Manu und Katharina wollen damit ein Zeichen setzen, dass auch schwerstkranke Menschen ihre Lust und Sexualität ohne Tabus ausleben können sollten.
Sex frei ausleben
Erst mit Ende 30 hat Manu angefangen, ihre Sexualität intensiver und frei mit einem Mann in einer Freundschaft Plus auszuleben. 2023 wurde dann Krebs bei ihr diagnostiziert – an der Vulva und an den Lymphknoten. Durch zwei Operationen wurden auch Teile von Manus Klitoris entfernt, beziehungsweise sie wurden verschoben.
Manu war es wichtig, wieder einen Weg zur eigenen Sexualität zu finden. Durch Sex-Workshops in Berlin lernt sie die Sexualassistentin Katharina Kraus kennen. Mit ihrer Hilfe will sie sich einen letzten Wunsch erfüllen: einer Frau zum ersten Mal sexuell näherzukommen.
"Die Nacht mit einer Frau stand deshalb auf meiner Wunschliste, weil ich einfach den Frauenkörper schon immer als sehr schön und ästhetisch empfunden habe."
Manu und Katharina erzählen vor ihrer ersten sexuellen Begegnung, was sie erwarten und wie sie sich vorstellen, wie diese Nacht ablaufen könnte. Hinterher berichten sie, wie es tatsächlich gelaufen ist.
Manu beschreibt dabei auch, wie sich ihr Lustempfinden durch den Krebs und die Operationen verändert hat. Und dass sie das auch traurig macht.
"Lust ist einfach für jeden Menschen da, egal, ob in Gesundheit oder Krankheit oder kurz vor dem Tod. Wenn ein Mensch sich wünscht, das auszuleben, dann sollte man das begrüßen und nicht tabuisieren."
Manu will öffentlich über diesen besonderen letzten Wunsch in ihrem Leben sprechen, um anderen Mut zu machen: "Auf jeden Fall das, was das Herz sagt oder wo es einen hinzieht, auch wirklich leben – und nicht warten, bis man es nicht mehr ausleben kann."
