KonflikteEmpathie hilft mehr als Argumente
Empathie, Mitgefühl und Perspektivenübernahme stärken das soziale Miteinander und das Wohlbefinden von Menschen. Stress hingegen erschwert Konfliktlösungen. Ein Vortrag der Sozialpsychologin Olga Klimecki.
Empathie fördert soziales Verhalten – in Paarbeziehungen, aber auch in ökonomischen Interaktionen. Das lasse sich in Studien zeigen, erklärt Olga Klimecki. Sie ist Neurowissenschaftlerin und Psychologin an der Universität der Bundeswehr in Hamburg.
"Mitgefühl kann sehr positive Effekte haben – auf Hilfeverhalten, Gehirnplastizität und Wohlbefinden."
Stress hingegen wirkt sich negativ auf unsere sozialen Beziehungen aus, erklärt die Sozialpsychologin in ihrem Vortrag.
Der vordere Teil unseres Gehirns, der präfrontale Kortex, ist dafür zuständig, unsere Gedanken, Handlungen und Gefühle zu regulieren. Unter Stress funktioniert er nicht richtig, sagt Olga Klimecki. Und das führe dann dazu, dass wir aggressiver reagieren und andere für ihre Handlungen stärker bestrafen.
Empathie kann man lernen
Olga Klimecki zeigt in ihrem Vortrag anhand von Studien, wie Trainings, die soziale und emotionale Fähigkeiten stärken, dazu beitragen können, Konflikte zu lösen.
Die Psychologin hat zum Beispiel untersucht, wie sich diese Trainings auf Paarbeziehungen auswirken. Sie hat herausgefunden: "Paare, die das Mitgefühlstraining hatten, waren anschließend zufriedener damit, wie sie ihren Konflikt gestalten."
An den eigenen Grundeinstellungen arbeiten
Tatsächlich wirkten diese allgemeinen Trainings besser, als wenn mit den Personen thematisch am Konflikt gearbeitet werde, sagt Olga Klimecki.
"Es ist gar nicht so wichtig, direkt am Konflikt zu arbeiten, sondern es kommt darauf an, an sich zu arbeiten und an seinen Grundeinstellungen."
Olga Klimecki ist Neurowissenschaftlerin und Psychologin an der Universität der Bundeswehr in Hamburg. Ihren Vortrag "Wie können Empathie, Mitgefühl und Perspektivenübernahme zum Gelingen sozialer Beziehungen beitragen?" hat sie am 6. Juli 2026 an der Uni Mainz gehalten. Der Vortrag war Teil der Reihe "Wie wir miteinander umgehen. Macht, Fairness und soziale Beziehungen" vom Studium Generale.