480 v. Chr.Perserkönig Xerxes I. und sein Weltreich

Perser gegen Griechen: Anfang des 5. Jahrhunderts v. Chr. beginnt ein historischer Machtkampf. Aus einem regionalen Aufstand entsteht ein jahrzehntelanger Konflikt, der mit Xerxes’ Feldzug und der Schlacht von Salamis seinen Höhepunkt erreicht.

Um das Jahr 500 v. Chr. reichte das persische Achämenidenreich im Osten bis Indien, im Westen bis zum Mittelmeer, im Süden grenzte es an den Persischen Golf und umfasste Mesopotamien, Syrien und die Länder an der Levante. Im Norden stieß das Reich an das Kaspische und das Schwarze Meer und erreichte über den Bosporus die kleinasiatische Küste, wo mit den Ioniern ein griechischer Stamm heimisch war. Das Achämenidenreich war somit das erste persische Großreich.

Der Streit mit den ansässigen Ioniern, der 499 v. Chr. zu einem Aufstand gegen die als Tyrannei empfundene Herrschaft der persischen Achämeniden führte, war Auslöser eines jahrzehntelangen Kampfes zwischen Persern und Griechen.

Provokation durch Zerstörung von persischen Heiligtümern

Den Ioniern kamen 499 v. Chr. Griechen aus Athen und Eretria zu Hilfe. Gemeinsam zerstörten sie die Stadt Sardes, heute Sart in der Türkei, rund 90 Kilometer östlich von Izmir. Diese Zerstörung persischer Heiligtümer in Sardes und die Tatsache, dass fremde Truppen auf persischem Gebiet operierten, bot dem persischen König Dareios I. einen Anlass, Rache und Vergeltung zu üben.

Auf der Insel Salamis in Griechenland erinnert dieses Denkmal an die Das moderne Denkmal für die berühmte Seeschlacht von 480 v. Chr.

Raschen und endgültigen Sieg erwartet

490 v. Chr. wurden die Perser bei Marathon besiegt. Doch zehn Jahre später musste sich ein gemeinsames griechisches Heer unter Führung des spartanischen Königs Leonidas an den Thermopylen den Persern geschlagen geben. Der Weg nach Mittelgriechenland war für das persische Heer unter Führung des neuen Königs Xerxes I. frei – und es sah nach einem raschen und endgültigen Sieg über die Griechen aus.

Mit List und wendigen Schiffen

Aber der Vormarsch der persischen Truppen wurde in der Seeschlacht vor Salamis, einer Insel in der Nähe von Athen, gestoppt. Die Griechen hatten sich eine List ausgedacht: Sie hatten die großen und schwerfällig manövrierenden Schiffe der Perser in eine Meerenge gelockt und attackierten sie dann mit ihren kleinen und wendigen Schiffen. Damit waren der persische Siegeszug und das weitere Vordringen der Truppen von König Xerxes nach Griechenland gestoppt.

"Die historische Wirklichkeit ist natürlich viel komplexer, nicht nur aus unserer Sicht, auch schon bei Herodot."
Susanne Froehlich, Althistorikerin an der TU Darmstadt

Der Geschichtsschreiber Herodot von Halikarnassos hat die Ereignisse jener Jahre für die Nachwelt festgehalten und den Kampf der Griechen gegen die Perser als eine Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse oder zwischen Demokratie und Barbarei beschrieben. Heute beurteilt die Geschichtswissenschaft die Schlacht differenzierter, weil das Verhältnis der beiden Konfliktparteien komplexer war.

Ihr hört außerdem in Eine Stunde History:

  • Der Althistoriker Hilmar Klinkott von der Universität Kiel hat eine Biografie über Xerxes I. geschrieben und beschreibt den persischen König
  • Der Historiker Julian Degen von der Universität Innsbruck erläutert Struktur und Funktionsweisen des Reichs der Achämeniden
  • Die Althistorikerin Susanne Froehlich von der TU Darmstadt befasst sich mit Herodot, dem "Vater der Geschichtsschreibung"
  • Der Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Dr. Matthias von Hellfeld erläutert die Anfänge des Konfliktes zwischen Persern und Griechen im 6. vorchristlichen Jahrhundert
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Luisa Filip beschreibt die Seeschlacht von Salamis im Jahr 480 v. Chr.

Das Bannerbild zeigt eine Darstellung von Großkönig Dareios I. oder seinem Sohn Xerxes I., der seine Nachfolge als persischer Großkönig antrat. Xerxes I. regierte als achämenidischer Großkönig und ägyptischer Pharao von 486 bis 465 v. Chr. Sein Name bedeutet "Über Helden herrschend".

In vielen Darstellungen sind der Vater, Großkönig Dareios, und der Kronprinz gemeinsam zu sehen. Das gezeigte Relief wurde von Erich F. Schmidt in Persepolis entdeckt und zeigt das Detail einer Audienz bei Dareios I. oder Xerxes I.