58 v. Chr.Julius Caesar und sein Gallischer Krieg

Kaum eine Figur steht so sehr fürs Römische Reich wie Gaius Julius Caesar. Der Feldherr eroberte Gallien, später wurde er Alleinherrscher und schließlich Opfer eines Attentats. Seine Politik veränderte nicht nur die römische Geschichte nachhaltig.

"De Bello Gallico" ist Pflichtlektüre für alle, die Latein in der Schule lernen oder lernten. Diese mehrbändige Schrift Caesars ist nicht nur eine von ihm selbst geschönte Darstellung des brutalen und gewalttätigen Kriegs gegen Gallien.

Sie ist auch ein Beispiel dafür, wie man mit einem solchen Kriegsbericht seine eigene Karriere fördern kann. So schaffte es Caesar, seine eigene Person bis heute zum Mittelpunkt unzähliger Romane, Theaterstücke oder Filme zu machen.

Caesar fasziniert seit Jahrhunderten

Gaius Julius Caesar gehört zu den wichtigsten Personen der Antike. Kaum eine andere Figur hatte einen so großen politischen Einfluss. Auch deshalb übt Caesar seit Jahrhunderten eine gewaltige Faszination aus.

In dieser Folge Eine Stunde History beschäftigen wir uns mit dem großen Feldherrn, Politiker und Diktator – mit seinem Gallischen Krieg, seiner Ermordung und seinem politischen Erbe. Dafür sprechen wir mit den Wissenschaftler*innen Markus Schauer, Ulrich Gotter und Angela Pabst.

Markus Schauer ist Professor für Klassische Philologie an der Universität Bamberg und Experte für die antike Geschichte der Römischen Republik. 2017 hat er das Buch "Der Gallische Krieg – Geschichte und Täuschung in Caesars Meisterwerk" verfasst.

Caesars Hoffnung auf hohe Ämter

Darin beschäftigt sich Schauer mit der Frage, was in Caesars Werk vermutlich eine wahrheitsgetreue Darstellung der Ereignisse des Gallischen Krieges ist und was eher einem Bewerbungsschreiben an den Senat in Rom gleicht, mit dem sich Caesar weitere hohe Ämter erhoffte.

So verschweigt er etwa die anfängliche Freundschaft zum Keltenfürst Vercingetorix, seinem späteren Feind. Markus Schauer sagt: "Das passt nicht in die Erzählung. Und deswegen lässt er es einfach weg."

"Die anfängliche Freundschaft zu Vercingetorix passt nicht in die Erzählung. Und deswegen lässt Caesar es einfach weg."
Markus Schauer, Professor für Klassische Philologie, über "De Bello Gallico"

Ulrich Gotter ist Professor für Alte Geschichte an der Universität Konstanz. Er forscht zum Tod des Diktators Caesar an den Iden des März 44 v. Chr.: Caesar wurde von einer Gruppe Senatoren erstochen, die damit zum Ausdruck brachten, dass sie gemeinsam den Diktator loswerden wollten.

Ulrich Gotter erläutert, wie es zum Bürgerkrieg in Rom kam und wie die Alleinherrschaft Caesars die Römische Republik verändert hat.

Er stellt fest: "Das vielleicht Wichtigste an der Neuordnung der Republik war, dass Caesar den Konkurrenzkampf um die wichtigsten Ämter nicht mehr zuließ, sondern dass er das Recht hatte, Personen zu Ämtern vorzuschlagen, die sie dann in aller Regel auch bekamen."

Augustus war von 31 v. Chr. bis zu seinem Tod 14 n. Chr. Kaiser des Römischen Reichs

Jedem Ende wohnt ein Anfang inne. So auch im antiken Rom, wie Angela Pabst erklärt. Sie ist Professorin für Alte Geschichte an der Universität Halle. Nach Bürgerkrieg und heftigen Auseinandersetzungen um die Nachfolge Caesars setzte sich sein Großneffe Gaius Octavius schließlich gegen seine Rivalen durch.

17 Jahre nach der Ermordung Caesars erhielt er den Ehrennamen Augustus und begründete als erster römischer Kaiser das römische Prinzipat – eine Alleinherrschaft, die die republikanischen Institutionen formal bestehen ließ.

Augustus, der Politiker

Angela Pabst erklärt, was Augustus in seiner Amtszeit bewirken konnte – und was er für ein Mensch war. "Anders als Caesar, der vor allem ein sehr befähigter General gewesen ist, war Augustus tatsächlich ein Politiker. Er hat es sich auch sehr viel Zeit und Nerven kosten lassen, seine Projekte im Senat zu diskutieren."

Außerdem beschäftigt sich der Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Dr. Matthias von Hellfeld mit der Herkunft Caesars aus dem Geschlecht der Julier und wie er zu einem der bekanntesten Politiker der Weltgeschichte wurde.

Und Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Wiebke Lehnhoff blickt Caesar beim Diktieren des "De Bello Gallico" über die Schulter.