AdBlock Plus und FlattrGeld sammeln für den Feind

Werbeblocker im Netz sind der Lieblingsfeind von Webseitenbetreibern, die ihre kostenlosen Inhalte über Werbung (mit)finanzieren. Sie reagieren mit Paywalls oder Adblock-Blockern. Der Werbeblocker AdBlock Plus wiederum reagiert mit einem neuen Bezahlmodell.

Adblock Plus, der erfolgreichste Werbeblocker, und der Bezahldienst Flattr wollen gemeinsame Sache machen. Die Idee: Ihr seid weiterhin mit Adblock Plus im Netz unterwegs, falls ihr den installiert habt, aber anschließend geht Geld an die Betreiber der besuchten Seiten. Das neue Modell wurde auf der Netzkonferenz Republica vorgestellt.

Dieser Embed kann leider nur direkt auf der Webseite von Deutschlandfunk Nova angezeigt werden.

Der Bezahldienst Flattr lahmt bislang ein wenig. Man muss einzeln auf einen jeweiligen Flattr-Button unter den Artikeln klicken und die Webseitenbetreiber müssen solche Buttons in ihre Seiten einbauen. Diese beiden Hürden sollen entfallen.

Flattr-User zahlen jetzt schon - eben per Mausklick. Bei der Nutzung von Flattr Plus, eben in Kombi mit dem AdBlock Plus, wäre das Bezahlen automatisch. Künftig soll zum Beispiel per Algorithmus ab einer bestimmten Verweildauer oder bei einer bestimmten Interaktion auf einer Seite Geld ausgeschüttet werden. Das soll aber nicht bei sogenannten Clickbait-Seiten funktionieren. Also bei Angeboten, die mit reißerischen Headlines die User auf totalen Quatsch lotsen.

Dieser Embed kann leider nur direkt auf der Webseite von Deutschlandfunk Nova angezeigt werden.

Doch nicht allein dafür müssen AdBlock Plus und Flattr das Surfen protokollieren. Dafür soll vermutlich ein Algorithmus auf dem Rechner des Users lokal ablaufen. Lediglich die Endsumme der Daten soll dann einmal im Monat übertragen werden: zum Beispiel 80 Cent für Heise Online, aber nicht die detaillierte Surf-Historie. Außerdem sollen bestimmte Seiten nicht erfasst werden, zum Beispiel von Banken oder Webmailern.

Bei 500 Millionen Nutzer bringen auch kleine Beträge was

Damit das Ganze funktioniert, will die Firma Eyeo, die hinter AdBlock steht, eine Kooperation mit den Webseitenbetreibern schmieden. Denn die eingenommenen Gelder müssen ja verteilt werden. Wie das genau aussehen kann, ist noch unklar. Denn Eyeo will weiterhin verdienen und Flattr auch. Dennoch: Rund 500 Millionen Menschen weltweit nutzen angeblich Adblock Plus. Auch wenn die durchschnittlich nur einen kleinen Betrag springen lassen, kommen riesige Summen zusammen.